Verschiedene Beispiele: Architektur

Abb. 6 Bearbeitung Röntgenbild (Abb. 2) aus dem Beitrag „Knochenmetastasen“ auf dieser Internetseite.

Die Metastase ist markiert mit „M“ und zeigt eine Verminderung der Knochenbälkchen, aber eine Vermehrung der Strukturen im Randbereich.
Ob solche Bearbeitungen diagnostisch hilfreich sein können?
Wir können die Frage noch nicht beantworten.

Abb. 7a
Bücherwand
Bearbeitet mit einem gängigen Programm „Malmesser“ .

Das Bild wird reduziert, und zwar auf eine begrenzte Zahl von bunten Flächen. Trotzdem bleibt ein lebhafter, sogar plastischer Eindruck erhalten.

Abb. 7b

So sähe die Ansicht nach „unserer Bearbeitung“ aus:
Vom „scharfen“ Original ist das unscharfe Original (noch dazu mit einer geringen Verschiebung nach rechts/unten) subtrahiert.

Als Regel kann gelten:
Kleine Strukturen brauchen einen geringen Gaußschen Weichzeichnungsfilter und eine geringe Verschiebung.

Unsere Methode ist wenig geeignet für Objekte, die sehr große, homogene Flächen zeigen; dann entstehen zu große schwarze Flächen.

Gut geeignet sind stark strukturierte Objekte.
Zusätzliche Farbigkeit der Strukturen ist reizvoll, denn sie verursacht wilde, aber interessante Farbumschläge.

Abb. 8
Kirchenburg in Mönchsondheim in Unterfranken.
Blick von innen auf einige der zahlreichen, im Schutze der Mauer angesiedelten Werkstätten.
Bearbeitet mit unserem Differenz-Verfahren.

Das Originalfoto hat starke Strukturen, verursacht durch Dachziegel, Fachwerk und Pflastersteine. Daher ist es für die Bearbeitung mit unserem Verfahren gut geeignet.
Der Faktor für die „Gaußsche Unschärfe“ ist relativ groß gewählt; es wurde allerdings nur eine geringe Verschiebung nach links unten durchgeführt.

In typischer Weise färben sich die homogenen Flächen des Himmels und des Schattens im Vordergrund „Tiefschwarz“.
Die Dachziegel dagegen gewinnen eine intensivere Strukturierung und Farbigkeit; genauso die Wagenräder und das Pflaster. Die wenigen Blumen am Wegesrand blühen durch die Bearbeitung in Phantasiefarben auf.

Abb. 9
Lokomotive „Rasender Roland“ auf der Insel Rügen.

Das unscharfe Duplikat ist stark nach links und unten verschoben und dann subtrahiert. Man erkennt diese starke Verschiebung am Bildrand, aber auch z.B. am Schornstein der Lokomotive.

Da das Objekt sowieso sehr schwarz ist, stört es nicht, wenn unsere Bildbearbeitung nach „Schwarz“ tendiert. Das  Faszinierende und zugleich Unheimliche der Maschine kommt gut zum Ausdruck.

Abb. 10a
Tempel Kom Ombo (griech.: Omboi) Ägypten

Wunderbarer ägyptischer Tempel am Nil zwischen Edfu und Assuan.
Das  Original-Foto zeigt das nächtlich beleuchtete Bauwerk (mit Mond). Die Bearbeitung entfernt sich durch den  dunklen Himmel und die dunklen Schatten im Vordergrund gar nicht so stark vom Original. Die Bearbeitung unterdrückt allerdings die homogenen Flächen der Architektur; die reichen Strukturen der Reliefs werden betont.
Die eigenwillige Beleuchtung verstärkt den Eindruck des Geheimnisvollen und Unwirklichen.

Abb. 10b
Gleiches Objekt
bearbeitet mit einem professionelles Programm: „Papier-Collage“.

Dieses Programm respektiert im Vergleich zur Bearbeitung „a“ die Farben weit besser; die bizarren Flächen vermitteln einen guten Eindruck von diesem Säulenkoloss. Die Feinstruktur wird allerdings überhaupt nicht berücksichtigt.

Abb. 10c
Ausgehend von 10b weitere Farbmanipulationen.

Form und Farbe sind so stark verfremdet, dass man kaum etwas erkennt. Trotz der Reduktion bleibt der Eindruck eines wuchtigen Gebildes;
trotz der Verfremdung erscheint es uns als etwas „von Menschenhand Geschaffenes“ (Aedificium).

Abb. 11
Eines der Dörfer der Cinque terre an der italienischen Riviera.

Unsere Bearbeitung (mit einer recht deutlichen Verschiebung des unscharfen Negativs nach oben) hebt das Dörfchen hervor. Sie bestärkt den Eindruck einer wie ein Adlernest auf dem Hügelkamm verankerten Behausung.
Der Vordergrund ist farbig und unruhig,
der düstere,  leicht strukturierte Hintergrund erscheint etwas unheimlich.
Das Bild erzeugt eine eigentümliche Stimmung. Dies ist nur eine Facette dieser ungewöhnlichen Landschaft.

Abb. 12
Ochsenfurt am Main.
Häuserfront mit Blick auf das Rathaus.

Unsere Bearbeitung: Gaußsche  Weichzeichnung (Faktor 10) und geringe Verschiebung.
Der Himmel, die Straße und die Balustrade mit der Frauengestalt im Vordergrund treten ganz in die Dunkelheit zurück.
Das Bild lebt von der farbigen stark strukturierten Häuserfassade und den davor niedergelassen Menschenfiguren.

Zugegeben: Man setzt sich (durch die Vertauschung der Farben) dem Vorwurf des „Kitsches“ aus. Aber uns gefällt die radikale Konzentration auf die Details. Sie ist möglich durch konsequente Unterdrückung sämtlicher Homogenitäten.

Abb. 13a
Das Städtchen Rovinj an der Westküste von Istrien (Kroatien).

Das Original ist mit einem kommerziellen Programm : „feuchtes Papier“ bearbeitet.

Dunkle Strukturen verlaufen in horizontaler und senkrechter Richtung und verstärkten dadurch das mathematische Netzwerk des Stadtbildes. -

Viele ähnliche Programme imitieren künstlerische Bearbeitungen: Häufig erfolgt eine Reduktion auf farbige Flächen und dadurch der Versuch einer Betonung des Wesentlichen.
Andere Programme - so wie im Beispiel - verstärken Linien und Strukturen und suchen hierin die Bildcharakteristika.

Abbildung 13b:
Das Städtchen in unserer Subtraktions-Bearbeitung:

Auch hier wird die Struktur der Häusersilhouette hervorgehoben;
ebenso das im Vordergrund befindliche Menschenpaar und die (schattenspendenden) Bäume.
Die Verschiebung des unscharfen Negativs ist vergleichsweise stark: Das größtenteils im Dunkel gehaltene Bild erhält durch diese Verschiebung etwas mehr helle Akzente und damit einen stärkeren räumlichen Eindruck.

Abb. 14a
Waldfriedhof in Darmstadt, Teilaspekt.
(Architekt: August Buxbaum 1919.)

Unsere Bearbeitung: Relativ starke Verschiebung (Pseudorelief);
die Bildfärbung wird nicht zu stark verändert; der bewölkte Himmel behält einen Rest von Struktur.
Die Darstellung entfernt sich deutlich von der Realität. Die Interpretation ist gewagt. Trotzdem wird der Charakter des Bauwerkes nach unserer Meinung gut erfasst.

Abb. 14b

So sähe eine Bearbeitung mit einem ganz anderen Programm aus: Nämlich mit der schon demonstrierten „Farbpapier-Collage“.

Hier werden Form und Struktur des Bauwerkes enorm reduziert.
Die Auswahl des Wesentlichen erfolgt nicht durch einen Künstler, sondern durch ein mathematisches Programm.
Man könnte auch sehr vereinfachend fragen: Wie kann man die Bildinformation auf ein Tausendstel reduzieren und trotzdem den architektonischen Charakter gut wiedergegeben?
Diese künstlerische Intention lässt sich erstaunlicherweise durch ein Computerprogramm recht treffend imitieren.