Abb.01: Der Klassiker
Thorax im Stehen. Zwerchfelle stellen sich nicht nur mit einfacher Silhouette dar, sondern sie zeigen eine Silhouette oben und unten, also das „Schalenzeichen“ (siehe Beitrag „Thorax and Pleura, Radiology).
Diagnose: Freie Luft im Abdomen.

Abb.02: Gleiche Diagnose, andere Technik:Freie Luft im Abdomen.
Bauchübersicht in Seitenlage; horizontaler Strahlengang.
Die Darmschlingen zeigen die Luft nicht nur innen, sondern auch außen.
Bei großen Dichteunterschieden gelingt keine gute Aufnahme. Trotzdem ist die Diagnose eindeutig.

2a. Unterschiedlicher Strahlenschutzes bei verschiedenen Methoden: konventionelles Röntgen, Durchleuchtung (DL) und Computertomographie (CT).

Zuerst beschäftigen wir uns mit dem konventionellen Röntgen beschäftigen und demonstrieren dessen Vielfalt mit den 10 Bildern 1-10.

Die anderen Methoden zu unterscheiden ist aber wichtig, weil das wichtigste Maß für den Strahlenschutz bei den beiden Techniken einen Unterschied aufweist.

Bei Aufnahmetechnik und DL das DFP: cGy x cm2

In der CT das DLP: cGy x cm

In der Aufnahmetechnik und DL spielt die Körperfülle des Patienten eine große Rolle, in der CT in viel geringerem Maße. 

Wir müssen am Film eine bestimmte Dosis erreichen, ansonsten ist der Film unterbelichtet, und dadurch ginge viel Information verloren. 

Mit Speicherfolie oder Bildverstärker ließe sich zwar der optische Eindruck scheinbar ausgleichen, aber das Bildrauschen ist hoch, die Qualität schlecht. Wir akzeptieren aus guten Gründen im konventionellen Röntgen solche unterbelichteten Bilder nicht und erhöhen bei einem voluminösen Patienten die Dosis.

In der CT werden – überwiegend – alle Patienten mit dem gleichen Röhrenstrom (mA) und gleichen KV untersucht. Das Bildrauschen ist bei großer Körperfülle erheblich größer als bei schlanken Patienten. Es besteht (zum Glück?) eine Konvention, die Dosis bei dicken Patienten nicht hinaufzusetzen. 

Leider wird es viel zu wenig genutzt, die Dosis bei dünnen Menschen und bei Untersuchungsregionen mit idealen Dichteunterschieden (Lunge, Knochen) herabzusetzen. Dieser Aspekt der Unterschiede in den Verfahren wird in den folgenden Kapiteln berücksichtigt. Zuerst Bildbeispiele zum konventionellen Röntgen:


Abb.: 3 Zwei Übersichtsaufnahmen sind spiegelbildlich gegenübergestellt. Also handelt es sich bei beiden um die rechte Lunge. Es zeigt einen Verlauf innerhalb von vier Stunden!
Links im Bild eine Verschattung, die Herzsilhouette ist unscharf, die Gefäße sind überwiegend ausgelöscht. Rechts der kurzfristige Verlauf. Welche Lungenverschattung kann sich so schnell bessern?
Zustand nach Lavage im Rahmen einer Bronchoskopie.

Abb.: 4 Ein Klassiker:
Schwerer Auffahrunfall.
Röntgen Lendenwirbelsäule seitlich: Riss durch die Bogenwurzeln und durch den Wirbelkörper.
Seatbelt-fracture. Man muss dieses Bild kennen, obwohl man heutzutage bei dieser instabilen Fraktur möglichst frühzeitig – am besten schon im Schockraum – die CT durchführt.


Abb.: 5 :Kuriosum.
Abdomenübersicht bei Obstipation. Dickdarm aufgerieben, beinhaltet ein quellendes Wismuth-Präparat.

Abb. 6: Detailaufnahme dieses metalldichten Materials im Colon.

Abb.: 7: Punktion und Biopsie mammographisch verdächtiger Befunde. Die Lokalisation braucht die zweite Ebene. Diese wichtigen Techniken wurden in diesem Beitrag nicht gesondert behandelt.

Abb.: 8: Vielfalt der Verfahren, die sich der Röntgenstrahlen bedienen.

Abb.: 9: Kunstprodukt bei einer versuchten Lymphographie (iatrogener Artefakt, siehe Beitrag „Fakten - Artefakte III“). Kontrastmittel ist in Blutadern geraten, dies muss sehr rasch erkannt werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Abb.: 10: Phantom für die im Text besprochene Aufnahme-Serie zum Thema „Dosis“. Wassertank simuliert die Weichteile, ein zentrales Gefäß stellt den Enddarm dar.

Abb.: 10b

2b: Strahlenschutz bei Röntgenaufnahmen mit eigenem Experiment

Das Prinzip „ALARA“ gilt für alle Röntgen-Methoden. Es besagt, dass der Untersucher bestrebt sein soll, größtmöglichen Nutzen mit möglichst kleiner Strahlenbelastung zu erreichen. 

Das Dosisflächenprodukt ist für den Strahlenschutz des Patienten ein wichtiges, einfaches und gut zu handhabendes Maß (cGy × cm2).

Die Liste der klassischen Maßnahmen zur Reduktion der Dosis wurde in vielen Publikationen aufgezeigt; auch im nachstehenden Beitrag besprochen und bebildert Streustrahlung, Bewegungsunschärfe, ausreichend hohe kV, geeignete Filterung etc.

 HYPERLINK "http://www.wolfgang-g-h-schmitt.de/strahlenschutz-kurse-wuerzburg/" http://www.wolfgang-g-h-schmitt.de/strahlenschutz-kurse-wuerzburg/

Eigenes Experiment bei Röntgenaufnahmen: Phantom siehe Abb.10b; Methode siehe Abb. 10. Fragestellung:Verminderung des Dosisflächenproduktes (DFP), wenn jeweils ein bestimmter Parameter geändert wird.

100 kV
125 kV
Minusstufe
10 x 10
Kleiner Fokus
statt 75 kV
statt 100 kV
statt „Standard“
statt 16 x 16 cm
statt großer Fokus
40%
76%
66%
50%
0%
 
0,2 g BaSO4/ml statt 2 g/ml bis 33%!  
Objekt-
Bildverstärker 0 cm
statt 20 cm 84%