Bild 3.1e: Abdomenübersicht (Ausschnitt).32-jähriger psychiatrischer Patient mit abdominalen Krämpfen. Bei dem Fremdkörper handelt sich offenbar um den gläsernen Anteil dieser Glühbirne.


 

Frage des Chrirurgen: Befindet sich dieses Objekt äußerlich
oder tatsächlich im Abdomen?
Zuerst schaut man den Patienten genau an.
Aber die Inspektion des Patienten wird durch einen röntgenologischen Beweis erweitert.
Dieser setzt voraus, dass man den Summationseffekt kennt.
 

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Fremdkörper eindeutig intraabdominal.

Würde sich diese Glühbirne außerhalb des Abdomens befinden, hätte sich die Strahlenschwächung des gesamten Objekts  mit der des Abdomens addiert.
Die Glühbirne hätte sich in allen Bereichen geringfügig heller, keinesfalls aber dunkler, als das umgebende Abdomen dargestellt.
Da die Glühbirne aber Weichteile verdrängt, nimmt sie vom Bild etwas an Strahlenschwächung weg. Sie nimmt in ihrem Zentrum mehr weg, als sie durch das Glas hinzugibt. Lediglich in einem schmalen Randbereich gibt sie mehr hinzu als sie wegnimmt. Nur dort resultiert die helle Randkontur.
 

Bild 3.2a: Warum sehen wir bei diesem Kind den Knorpel des proximalen Femur so gut?


 

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Es ist ein Präparat. Der Knorpel wird von Luft und nicht von Weichteilen umgeben. Somit ist der Knorpel erheblich dichter als die Umgebung und zeigt deshalb auch eine schöne Silhouette; er ist gegenüber der Luft-Umgebung relativ hell. Alles im Röntgenbild ist „relativ“. Wäre der Knorpel von Weichteilen umgeben, würde er sich nicht abgrenzen (keine Silhouette) und erschiene nicht relativ hell. 

Bild 3.2b: 48-jährige Patientin hat sich beim schwungvollen Aussteigen aus dem Auto im Sicherheitsgurt unglücklich verhakt. Schmerzen. Kann nicht auftreten. Röntgen Talus seitlich.


 

Distale Fibula und Innenknöchel waren klinisch unauffällig. -
Die seitliche Röntgen-Aufnahme ist atypisch eingeblendet und auf den Talus konzentriert. Gibt es allein aus dieser (schlechten) Aufnahme einen richtungsweisenden Hinweis?
 

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Ja! Die Silhouetten von Taluskopf und Os Naviculare passen nicht zusammen. Artikulierende Silhouetten müssen überall, auch hier  im Chopart´schen Gelenk, harmonisch übereinstimmen.
Hier liegt eine Luxation vor. (Wer den Fall 1.05 studiert hat, dem fällt die Diagnose leicht).
 

3.3 Bedeutung der zweiten Ebene

Bild 3.3: Linkes Bild: Röntgen des Ellenbogens (seitlich) nach einem Unfall.


 

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Die Achse des Radius trifft im linken Bild nicht das (hier leider nicht ideal abzugrenzende) Capitulum-Zentrum.
Eindeutige Luxation des Radiusköpfchens.
    
Rechtes Bild: Nach Reposition gelenkgerechte Stellung.
Die Bedeutung der zweiten Ebene gilt ganz besonders für Ellenbogen, Handgelenk, Sprunggelenk, proximalen Femur;
das wird im Kurs an weiteren Beispielen belegt.
 

Bild 3.3a: Die folgenden Bilder sollen die Bedeutung der zweiten Ebene unterstreichen. In nur einer Ebene versagt das Röntgenverfahren oft.


 

 Auch beim letzten Erkrankungsfall haben wir eine zweite Ebene vermisst.

Bild 3.3b: Die zweite Ebene bringt die eindeutige Auflösung: Kegel, Walze, Würfel und Kugel.


 

Bild 3.3c: Röntgen Finger in 2 Ebenen, Verletzung mit dem Beil.


 

 

Natürlich steht der  klinische Befund im Vordergrund, was auch im Kurs immer wieder herausgestellt wird. –
Betrachten wir die Röntgenuntersuchung:
Die seitliche Aufnahme alleine hätte zur Unterschätzung geführt.
Die a-p Aufnahme zeigt das Ausmaß der direkten knöchernen Verletzung.

Soweit einige Gedanken zum Kurs
zum Informieren, Vertiefen, Diskutieren, Korrigieren.

Willkommen demnächst in Würzburg!

 

 

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