B.:

Einige Parameter im Röntgen: Kilo Volt (kV), mAs, Streustrahlung

Bild 2.1a Zweimal Hofkirche Dresden. –
Bild 2.1b: Wenn Sie eins von beiden Bildern aufhängen sollten, welches würden Sie wählen?



Warum wählt eine Mehrheit das rechte Bild? 

Klicke für die Antwort zu Bild 2.1a und b

„b“ hat mehr Kontrast. Die Ursache ist simpel: links bewölkter Himmel; rechts Sonne.
Kontrast vermittelt die Illusion von Räumlichkeit und wir glauben in eine dritte Dimension vorzustoßen zu können.

Kontrast kann aber auch (mindestens) zwei Nachteile haben:

- Größere Bildareale sind entweder zu schwarz oder zu hell; dadurch fehlen in diesen Bereichen die Details. –

- Eine optische Täuschung wird verstärkt: helle Objekte erscheinen „Betrachter-nahe“, dunkle „Betrachter-fern“ zu liegen. Das wird im nächsten Bild gezeigt.

Im Röntgen wollen wir nicht unbedingt diese kontrastreichen (künstlerisch interessanten) Aufnahmen. Im Röntgen bedeutet viel Kontrast, dass niedrige KV angewendet wurde; und das wiederum bedeutet: hohe Dosis. Zugegeben durch EDV können wir heute bei einer Hartstrahltechnik den Kontrast sekundär verbessern. Diese Tatsache soll aber die grundlegenden Zusammenhänge nicht verwässern.
 

Bild 2.1c: Psychologie des Bildes. Die (metallische) Halskette scheint vor dem Objekt (zwischen Objekt und Betrachter) zu schweben; in Wirklichkeit umschließt sie den Hals des Patienten.


 

Ein für diesen Zweck einprägsames Bild auch wenn die Qualität gering ist.
(Kontrast einmal weniger professionell: www.wolfgang-g-h-schmitt.de/bunte-roentgenbilder/objekte-licht-und-roentgen/
 

2.2 Kilovolt (kV)

Bild 2.2a: Wichtiges Bild. Im Röntgen kann man verschiedenes „Licht“ wählen:


Wieso kommen wir von „Kontrast“ auf kV?
Auf die Gefahr mich zu widerholen:
KV ist ein wichtiger Faktor für den Kontrast.

z.B. 100 kV (primitiv Nomenklatur: „hart“). Diese Strahlung wird im Gewebe weniger geschwächt, macht deshalb weniger biologische Effekte, aber leider auch weniger Unterschiede zwischen verschieden dicken und dichten Strukturen = wenig Kontrast.

50 kV („weich“). Diese Strahlung wird im Gewebe stärker geschwächt; sie bewirkt größere Kontraste, aber entsprechend dem höheren Dosisbedarf auch größere biologische Effekte.

In den ersten Jahrzehnten der Anwendung von Röntgenstrahlen wurden niedrige kV wegen der eindrucksvollen Kontraste hoch geschätzt.
Heute - und das ist ein wesentlicher Inhalt dieses Kurses - fordern wir höhere kV und nehmen eine gewisse Verminderung der Kontraste (Grau- in- Grau) in Kauf. Das ist in den administrativen Prozess eingegangen: Wir werden durch die Richtlinien der Bundesärztekammer zu „Mindest-kilo-Volt“ verpflichtet und wir werden von den ärztlichen Stellen kontrolliert.

Der wichtige Zusammenhang noch mal anders erklärt:
Am Film (an der Speicherfolie oder am Bildverstärker) braucht man eine gewisse Dosis.

- Bei „weicher Strahlung“ muss man auf der Röhrenseite eine hohe Oberflächendosis anwenden, um auf der Filmseite diese nötige Dosis zu erreichen.
- Die „härtere Strahlung“ „pfeift“ sozusagen mit geringerer Behinderung durch das Objekt; es bedarf einer geringeren Dosis röhrenseitig, um die erforderliche Dosis filmseitig zu erreichen.

„Röhrenseitig“ liegt der kritische Bereich, was den Strahlenschutz betrifft!
In diesem Bereich misst man die
Oberflächendosis und/oder die Einfalldosis. Beide hängen eng zusammen; welche von beiden ist noch ein bisschen größer?

Eine ganz praktische Frage (für diverse Facharzt-Prüfungen):
Mit wie viel kV macht man ein Bild?
 

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- 120 kV bei Thorax und Abdomen,  
- 70 kV in der knöchernen Körperachse, Schädel bis Becken (nur bei der seitlichen LWS wären 70 kV noch zu wenig).

 

Bild 2.2b:

 Zwei Röntgenbilder einer Weintraube (Sylvaner; ein Riesling hat häufig nicht so schöne Beeren).
- Eines ist mit 28 kV („weiche“ Strahlung)
- das andere mit 70 kV (für dieses kleinere Objekt bereits eine harte Strahlung) angefertigt. 

Bei welchem der beiden Bilder wurde die „weiche“ Strahlung angewendet? 

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Der Würzburger Kurs ist für Sie besonders wichtig, wenn Sie „rechts“ gesagt haben! Dann müssen Sie einige Lücken auffüllen.

Links ist die Aufnahme mit „weicher“ Strahlung. Sie macht diese charakteristischen kontrastreichen Bilder!
Große Nachteile:
- hohe Dosis,
- schwierig zu belichten; leicht über- oder unterbelichtet (so wie hier).

Aber die „weiche“ Strahlung hat (leider) auch Vorteile: Schöne Kontraste; siehe die Darstellung des Traubenkerns (kleiner Pfeil). Warum ist er schwarz? -
Fettgehalt; „Fett in Wasser“ = relativ schwarz.

Rechtes Bild = „harte“ Strahlung: „Grau in Grau“.
Viel geringere Dosis! - Einfacher zu belichten. - Wird mit unterschiedlich dickem Objekt besser fertig

Warum beantworten viele diese Frage falsch?
- Wir haben gehört, „harte“ Strahlung ist gut;
- das linke Bild gefällt uns wegen seines Kontrastes.
Beide Aussagen werden zu einer Fehldiagnose verknüpft.