Ich zeige Ihnen im folgenden 12 Bilder;
einige haben Qualitätsmängel - teilweise von der „Ärztlichen Stelle“ dokumentiert - die wir im Kurs diskutieren. – Können Sie trotzdem diagnostisch Stellung nehmen?
Wenn Sie auf Anhieb die Fehler benennen und (trotzdem) alle Diagnosen stellen, ist der Strahlenschutzkurs für Sie nur eine Widerholung.

Wenn Sie einige Diagnosen nicht stellen, bietet der Kurs eine gute Chance, sich wichtige und typische Befunde einzuprägen („burn it into your retina“).

Ein erstes Stichwort finden Sie schon beim Anklicken des jeweiligen Bildes; einen konkreten Antworttext erst beim Anklicken des Feldes:
„Klick für die Antwort“

Kapitel 2 und 3 vertiefen einige Grundlagen und helfen dadurch, die Fälle aus 1 in neuem „Licht“ zu sehen. Es empfiehlt sich, zuerst Teil 2 und 3 zu studieren und dann zu den Antworten von 1 zurückzukehren. –  

Bild 1.01: Der 38-jähriger Mann wurde in einem Bierzelt tätlich angegriffen; mehrere blutende Verletzungen; Rö. linkes Handgelenk d.v.


 

 

Stark vereinfacht: Summation bedeutet, je dicker und/oder dichter das Objekt, desto stärker wird die Strahlung geschwächt. Durch Unterschiede in der Strahlenschwächung entsteht der Kontrast.

Silhouette bedeutet die Trennlinie zwischen  einer dichteren und einer weniger dichten Struktur; sie wird dann sehr scharf dargestellt, wenn sie parallel zum Strahlengang verläuft. Link zur Pleuraarbeit.

Das Pisiforme summiert sich auf das Triquetrum. Der Hamulus summiert sich auf das Os hamatum (Summationseffekt). - Alle Handwurzelknochen haben deutliche Silhouetten; nur zwischen Trapezium/Trapezoideum treffen die Strahlen nicht in den entsprechenden Gelenkspalt.

Was bedeutet die Struktur im Bereich Trapezoideum/Basis Metacarpale II?
 Zur Antwort lesen Sie unter 4. den Antwortteil oder klicken Sie (als Vorabinformation) auf das Bild. Oder studieren Sie zuerst Kapitel 2 und 3; diese helfen, sich dem Bild mit anderem Hintergrund zu nähern.

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Klick für die Antwort zu Bild 1.1

Bitte nicht versäumen, die Hand des Patienten sehr genau anzuschauen! Einstiche? Natürlich auch langen - und kurzen Daumenbeuger prüfen: Ist eine der Beugesehnen abgeschnitten?

Bis zum Ausschluss des Gegenteils handelt es sich bei dem länglichen Schatten um einen Glassplitter. Glas steckt in den Weichteilen;
Glas ist etwa doppelt so dicht wie Weichteilgewebe und entspricht
(+ -) der Dichte von Knochen-Kompakta. (siehe WGH Schmitt, K.-H. Hübener Dichte von HolzKunststoff und GlasRöFo.135 (1981) 2512-17 )
Die Strahlenschwächung dieses Fremdkörpers summiert sich mit der des Knochens. Ein typischer Summationseffekt.

Ähnliche Fälle, Fakt oder Artefakt

Zwerchfellruptur
Bild 1.2: 53-jähriger Motorradfahrer hat sich überschlagen.


 

Ausschnitt Röntgen Thorax.  Herz schwach penetriert, Kontrast übertrieben: KV zu niedrig? 

Ist die Untersuchung verwendbar? (Wichtige ärztliche Entscheidung; auch für die Ärztliche Stelle eine entscheidende Frage). - Trotz Qualitätsmängel: Wie lautet die Diagnose? 

Bedenke: Ein Zwerchfellbogen (insbesondere ohne Lungen-Vorgeschichte) muss eine klare  Silhouette zeigen. - 

Wer das Silhouettenzeichen noch nicht so gut kennt, finder in dem Beitrag Thorax und Pleura einige interessante Beispiele.

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Traumatische Zwerchfellruptur.
Die Diagnose begründet die Dringlichkeit der Versorgung.


Soweit der Bildausschnitt erkennen lässt, besteht zusätzlich eine Lungenkontusion im rechten Mittel/Oberfeld.

 

Luxation der Wirbelsäule
Bild 1.3.: 23-jähriger Motorradfahrer; Unfall bei sehr hoher Geschwindigkeit.


 

Der Schlüssel zum Bild sind die Silhouetten. Die Wirbelkörper und Bogenanteile erzeugen klassische Silhouetten und ermöglichen damit Aussagen über die Einstellung des Gerätes oder aber die Rotation (bzw. Kippung) der knöchernen Elemente ( = Projektion).

Klick für die Antwort zu Bild 1.3.

Diagnose: Luxation L4/L5.
Die Diagnose begründet die Dringlichkeit der Versorgung.

Der Schlüssel zum Bild sind die Silhouetten. Die Wirbelkörper und Bogenanteile erzeugen klassische Silhouetten und ermöglichen damit Aussagen über die Einstellung des Gerätes oder aber die pathologische Rotation (bzw. Kippung) der knöchernen Elemente.

Bei L5 projiziert sich der Dornfortsatz in die Mitte des Wirbelkörpers: Dieser Wirbel ist nicht rotiert.

Die oberhalb davon liegenden Wirbel zeigen ein Abweichen des Dornfortsatzes gegenüber der Rahmenkontur des Wirbelkörpers (WK) = Rotation nach links.
Beachten Sie auch den
unteren Gelenkfortsatz von L4 rechts und den
oberen Gelenkfortsatz rechts von L5. Beide haben Kontakt verloren.

Schema zur Rotation und Kippung von zwei Lendenwirbeln. Der Dornfortsatz in seiner Stellung zum Wirbelkörper-Ramen ist ein gutes Maß zur Beurteilung der Wirbeldrehung und –kippung. Eine definierte Aufnahmetechnik wird vorausgesetzt.

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Bild 1.3b

  

Beurteilen Sie auch bitte die Drehung anhand der zunehmenden Assymetrie der Bogenwurzeln und die Kippung anhand der Quer- und Gelenkfortsätze.