Bild 1.11: 54-jähriger Patient, Nierenkolik; Ausscheidungsurographie. Diskussion der Indikation dieser Röntgenuntersuchung.


 

Das Bild oben zeigt eine spezielle - nur noch wenig angewandte - Technik: konventionelle Tomographie.             - Diagnose?
 

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Aufstau des kontrastierten Nierenbeckenkelchsystem. Zusätzlich Kontrastmittelansammlung an der medialen Kontur der Niere = Extravasat nach Fornixruptur.

Fornixrupturen gibt es bei pathologischen Drucken im NBKS, so
 - bei unvorsichtiger retrograder Füllung,
- bei Hindernissen (meistens Steinen aber auch tumorbedingten Abflussbehinderungen) jeweils kombiniert mit intravenöser Ausscheidungsurographie = pharmakologisch induziertem starkem Ausscheidungsdruck. –

Im  Artefakt- Beitrag, Kapitel 7 findet sich noch ein weiterführender Erkrankungsfall

Bild 1.12: Alter: 42 Jahre. Zustand nach Beckenfraktur. Osteosynthese. Rö. -Becken ap., Qualität? Leicht linksverdreht (leichte Obturatorstellung rechts; entsprechend Ala.Stellung links). Ist diese Platte von ventral oder von dorsal eingebracht?


 

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Wer meint, dass die Platte von ventral auf das zentrale Beckenskelett aufgeschraubt ist, ist das Opfer einer alten psychologischen Fehlerquelle. Alles was hell ist, scheint uns „Betrachter-nahe“, das Dunkle „Betrachter-fern“.

Diese Platte ist dorsal, die Schrauben zeigen im ap-Bild (1.12) auf den Betrachter zu, also nach ventro-medial.
Das nächste Bild zeigt einen röntgenologischen Weg: Wie kann man das beweisen? 

Bild 1.12b: Durch eine Beckendrehung nach links ( = „rechts angehoben“) müssten sich .....


 

.................also müssten sich die
- auf uns zulaufenden Schrauben verlängern, 
- vom Betrachter weglaufenden Schrauben verkürzen, wenn nicht sogar lateral der Platte projizieren.

Das erstere ist der Fall! Also laufen diese Schrauben in 1.12 auf uns zu; sie sind von dorsal eingebracht.

Selbstverständlich ist die Frage anamnestisch und durch Inspektion zu lösen. Aber auch hierbei passieren Fehler. -

Nebenbei: Eine Osteosynthese von ventral würde nicht so weit lateral liegen.

Es gibt auch noch andere,  ausgefallenere Beweise. Einer stammt vom Autor:
Stellen Sie sich in Abbildung 12 auf den Pfannenkopf der unteren Schraube; dann beobachten Sie eine tiefere Rand-Zahnung auf der linken als auf der rechten Seite. Dies beweist, dass die Schraube auf den Betrachter zu und nicht vom Betrachter weg läuft. (Interesse geweckt? Mehr im Kurs).