Krakau (Krakow)

 

Sehr eindrucksvoll. Auch heute wäre es ein schöner Arbeits- und Studienplatz.

Geschichte: Bistum seit 1000, Universität sehr früh, als zweite in „Mitteleuropa“. Jahrhundertelang polnische Königsstadt, unter der K&K-Monarchie ging es der Stadt recht gut. Die NS-Besetzung ist ein eigenes großes Kapitel, was vielen zum Verhängnis wurde. Die Stadt als Gesamtes kam im Vergleich zu anderen einigermaßen davon. In neuerer Zeit hat sich die Industrialisierung durch Stahlproduktion in der Nachbarschaft (Nowa Huta) ungünstig ausgewirkt.

Viele historische Anekdoten. So auch die vom Trompeter auf den Turm der Marienkirche, der die Stadt vor einem drohenden Mongoleneinfall retten konnte, bevor ihn ein Pfeil tödlich verletzte. Zu seinem Gedächtnis erschallte oft die Trompete vom Turm.

Der Bahnhof liegt in praktischer Nähe zum Marktplatz. Unser Quartier war ausgezeichnet ein Steinwurf westlich der Marienkirche. (Wie überall auf der Welt ist es ratsam klarer Abmachungen zu treffen, wann, wo und auf welchem Weg die Kaution zurückgegeben wird). Wir sind in Polen mit er Ferienwohnungen immer sehr gut gefahren. Es gibt sie in verschiedenen Preislagen; unsere waren mit Geschmack eingerichtet und gut ausgestattet. Etwas störend war in Krakau lediglich eine größere Rotte von Anwohnern einer europäischen Nachbarinsel, die einen Billigflug erworben hatten, um sich hier hemmungslos vollzusaufen.

 

Die Marienkirche am Marktplatz ist ganz leicht zu erkennen an ihrer Größe und ihren beiden unterschiedlichen Türmen. Sie ist ein Schmuckstück; enthält neben vielen Kostbarkeiten einen Altar von Veit Stoß; dieses uns aus dem Frankenland bekannt; er war 20 Jahre in Krakau und - wie man erzählt - in dubiose Geschäfte verwickelt. Er wurde erwischt und bestraft.

Der sehr große Marktplatz erhält seine besondere Form durch die Tuchhallen, eine Art mittelalterlicher Arkaden. Diese wurden in der Renaissance umgebaut; sie erfüllen immer noch sehr gut ihren Zweck.

Nebendran könnte man die kleine Adalbert-Kirche fast übersehen; sie ist ein Residuum einer Zeit als es den großen Platz noch nicht gab. Nicht weit weg im Norden vom Marktplatz residiert die Universität (Collegium majus), eindrucksvoller gotischer Innenhof;

 

 

Franziskanerkirche bis Wawel

Etwas südlich davon erhebt sich die große Franziskaner-Kirche. Das ebenfalls machtvolle Kloster und die Kirche der Dominikaner sind auch nicht weit. Peter und Paul auf dem Weg zum Burg-Berg sind barock und sehr malerisch.

Mehr im Süden an der Weichsel etwas westlich vom jüdischen Viertel thront die stolze Burg Wawel mit dem Dom und der kleinen Sigismund-Kapelle weithin auffällig durch ihre goldene Kuppel. Es ist ein außerordentliches und ein nationales Monument: Krönungsort der polnischen Könige, aber auch Begräbnisstätte berühmter Dichter und Maler. Die historische Glocke auf dem Domturm ist bei vielen Touristen beliebt und der Turm bietet außerdem einen besonderen Ausblick auf die Stadt.

Königsschloss mit Arkadenhof, ausgemalt von einem Hans Dürer, Bruder eines noch berühmteren Albrecht. Überall stößt man auf die Namen von Künstlern, die aus ganz Europa nach Krakau gekommen sind.

 

Das jüdische Viertel liegt in südlicher Richtung nahe der Weichsel östlich des Wawel. Bei der alten Synagoge gibt es einen jüdischen Renaissance-Friedhof, der die Zerstörung überlebte, weil er als „Museum einer untergegangenen Rasse“ fungieren sollte. In diesem Viertel Kazimierz spielt der Film „Schindler´s Liste“. 20 Kilometer von der Stadt entfernt ist das sehr bekannte Salzbergwerk. Es lockt mit seinen Dimensionen aber auch mit der Kunstfertigkeit das ungewohnte Material Salz zu bearbeiten.

Für uns und meine kleine Arbeit wichtig war der Besuch in Auschwitz und Birkenau. Das Wetter war nasskalt und unfreundlich. Die Eindrücke waren sehr tief. Ich war einigermaßen belesen und wusste, was auf uns Besucher zukommt. Trotzdem war es wichtig den Opfern ein Stück Aufmerksamkeit und Mitgefühl geschenkt zu haben, was diese in ihrer Verzweiflung vielleicht nicht geglaubt haben.