Trotzdem gibt es eine nette Altstadt auf der felsigen Landzunge. Auch der Sonnenschein hat mitgeholfen alles in ein milderes Licht zu tauchen. Wir haben es noch schlimmer erwartet.

Abb. 70: Überraschung: Villajoyosa,

Abb. 71: Villajoyosa, rundum erfreulich

Es war angekündigt als familienfreundliches Fischerdorf. Wir haben ein gerammelt volles Städtchen kennengelernt; man hält es noch sehr mit der Tradition, die Einnahmen sind nicht maximiert, und alles ist ein bisschen angegammelt. Wie überall in der Gegend finden Feste statt, die die Kämpfe zwischen Mauren und Christen zur Zeit der Wiedereroberung zum Thema haben. Hier gibt es sogar eine Wasserschlacht. Die Tropfsteinhöhlen von Cueva del Canalobre dienten während des Bürgerkrieges als Munitionsfabrik.

Abb. 72: Fortsetzung des Rundganges

Abb. 73: Farbe und Kontraste in V.

Abb. 74: noch 50 km
bis Alicante

Man merkt an meiner Ungeduld, ich war nicht so gut „drauf“ trotz eines schönen Spaziergangs auf der langen Mole zu später Stunde. Ich hatte etwas „spastisches“ in den Bronchien, Atemnot nur bei Belastung, sogenanntes Giemen auf der Lunge und - man darf es ruhig erzählen - viel Auswurf. Obwohl ich eigentlich Vorkenntnisse haben sollte, habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht durchgeblickt. Erst spät in diesem Jahr habe ich  gute Hilfe gefunden. Wer mich mal interviewen will, soll es tun.

Abb. 75: Cabo de Palos
bald endet die
Costa blanca,
die westliche
wird zur südlichen
Küste

Die Hochhaus-an-Hochhaus-Bebauung ist wahrscheinlich wechselseitig beeinflusst vom Flughafen in Javier (Aeropuerto de San Javier). Die Autobahn nimmt den Großteil des Verkehrs auf und spart das Cabo de Palos aus. Wir wollen trotzdem dorthin. Ein ausgebauter Abzweiger von ca. 25 km Länge erfüllt uns diesen Wunsch (Richtung: Manga); er verläuft auf der Nordseite (Landseite) eines Vorgebirges zwischen Cap und Cartagena.

Abb. 76; Cartagena
ist so groß,
dass man
sich verirren kann

Es streitet mit anderen Orten um die Ehre den ersten U-Boot-Bauer hervorgebracht zu haben. In diesem Fall spricht vieles für Isaac Perral aus Cartagena. Er wurde 1851 hier geboren, starb 1895 in Berlin. Seine schnittige, gut 20 m lange Konstruktion ist unter freiem Himmel ausgestellt. Ich habe einige Augenblicke an diesem Denkmal verharrt und der Illusion nachgehängt: Zwei Berufskollegen treffen sich in Cartagena. Dann hatte mich die Realität zurückgeholt.

Abb. 77:Cartagena,
einst im Besitz
von Kartago

Wir haben uns überschätzt, sind ohne Stadtplan losgezogen, haben in den regennassen, ausgestorbenen Straßen zu wenig Informationen eingeholt. Zu wenig Kommunikation ist reines Gift und kann jede Reise zum Misserfolg machen. So war unser Besuch auf „kurz“ und unser Eindruck auf „mäßig“ programmiert. Immerhin haben wir den „Corte Ingles“ aufgesucht, unser Studium der Hotelpreise vertieft und telefonisch eine Hotelreservierung mit ausschließlich mit den Worten „vale, vale“ gemeistert.

Abb. 78 Cartagena,
durchaus beeindruckend

Abb. 79: Mojacar
ein Schmuckstück,
unbedingt sehenswert,
mehr in nächsten Kap.

Diese Costa Almeria ist folglich mit riesigen Zelten zugepflastert. In den Zelt-Gewächshäusern sollen oft illegale Afrikaner schuften. Sehen tut man sie nicht.