Die Tage vor der Fahrt an die italienisch- französische Grenze im Mai (vom Donnerstag, eine knappe Woche bis zum vorgezogenen Aufbruch am Mittwoch) waren sehr ausgefüllt: zuerst die knappe Woche Kunst und Kultur in Norddeutschland und Holland, dann die Art- Breit, ein wunderschöner Kunstmarkt in diesem ungewöhnlichen Renaissance-städtchen. Es liegt wahrscheinlich am südlichsten Ausläufer des Main. Alle Lokalitäten, insbesondere die Weinkeller öffnen ihrer Pforten, und stellen Kunst aus auf hohem Niveau; dazu gibt es Musik und allerhand Kulinarisches. Wir haben gute Vergleiche mit der Art Basel. Karlsruhe und Köln. Das sind vergleichsweise gigantische. Hier ist alles einige Nummern kleiner, die Qualität ist trotzdem ganz beachtlich. Erstaunlich, was ein Städtchen (fast ein Dorf) zu leisten vermag. 

Tags darauf erfolgte ein Pflichtbesuch in der Landeshauptstadt. Wieder ein Tag später war eine Pflichtvisite in W angesagt. Der kam zum richtigen Zeitpunkt.

Am Donnerstag den 17. Mai ließen wir pünktlich die Motore anlaufen und machten uns auf den klassischen Weg, streng südlich bis zum schwäbischen Meer (Lindau/Bregenz), von dort den schnellsten Weg, um mitten in  die Alpen hinein zukommen, wir folgten dem Alpen-Rhein Das schöne Feldkirch ließen wir links liegen, an Vaduz, an Maienfeld vorbei kamen wir nach Chur.

Ab jetzt folgen wir dem Rhein nur noch ein kleines Stück bis Bonaduz. Nur bis dort ist es der eine Rhein. Dann gabelt er sich auf.

Wir folgen dem Hinterrhein nach THUSIS, lassen dort die Abzweigung nach Tiefencastel und Davos links liegen und wenden uns weiter Richtung Via Mala. Das ist die im Mittelalter gefürchtete Traverse in den engen Schluchten des Hinterrheins. 

(Es hätte die Möglichkeit gegeben südlich weiterzufahren und den Julier- Pass auf römischen Spuren zu überqueren und im Inntal zu landen) wir fuhren aber durch den Rheinwald, kamen durch den altbewährten Bernardino (Tunnel) nach Robereto und Bellinzona; dort kommt der Tessin/Ticino vom Gotthard herabgerauscht. Diesen Weg mussten wir auf der Rückfahrt ausprobieren, weil der Bernardino durch einen Lastwagenunfall gesperrt war. Wir wollten uns westlich halten, Richtung Lago Maggiore. Der klassische Weg zum Mittelmeer führt gar nicht zu diesem großen und schönen See, sondern nimmt in Bellinzona die Autobahn nach Como, Mailand und dann nach einer mehr oder weniger geglückten Umfahrung dieser Stadt z.B. die A7 Richtung Genua.