Wir hatten uns aber den kleinen Lago D' ORTA vorgenommen; er liegt westlich vom Lago Maggiore, also muss man erst mal ab Lugano das westliche Ufer dieses großen Sees erreichen und dann der malerischen Landschaft über eine lange Strecke bis VERBANIA folgen. Bei der Stadt OMENGA hatten wir mit dem nördlichsten Punkt des ORTA-Sees unser Ziel erreicht und folgten dessen Ostküste bis ORTA. Unser Quartier war PETTENASCO, direkt am See gelegen und entsprach unseren Wünschen genauso die Wirtsleute und hoffentlich wir auch ihnen Vorstellungen; Das Dorf ist etwas klein geraten. Leider waren die Gast Häuser bescheiden in der Zahl; gut ist der „alte Ofen“; „Delfin“ unerfreulich. 

Von dort gelangt man zu einer Halbinsel, die als Weltkulturerbe anerkannt ist; ein Heiligtum zu Ehren des Heiligen Franziskus. Außer dem Heiligtum liegt im flacheren Teil der Halbinsel ein höchst sympathisches Städtchen und dem vorgelagert eine Insel. Diese wird hauptsächlich von einem Kloster eingenommen; man kann sie in 10 Minuten umrunden. Bemerkenswert auf der Insel ist die mächtige, barock ausgemalte Klosterkirche mit einer etwas schummerigen Krypta. An einem Landungssteg entdecken wir ein Wesen, welches sich durch das Wasser schlängelt und von dem M überzeugt ist, dass es sich um eine Kreuzotter handelte. 

Wir bleiben einen ganzen Tag an diesem bemerkenswerten Ort und versuchen am folgenden Tag in der südlich gelegenen Region Wein einzukaufen. Dies gelingt auf die Schnelle nicht; wir erreichen ohne Probleme die Autobahn A 26, deutlich angenehmer als die enge Apennin- Überquerung südlich von Mailand (jedenfalls vor einigen Jahren). Zuerst einmal führt diese Straße durch die flache Ebene mit verlassenen Bauernhöfen. Unsere Grobrichtung ist Alessandria. Dann geht es doch ein kurzes Stück durch beachtliche Berge. Nicht ganz klar, ob es die nordwestlichsten Ausläufer des Apennins sind oder Alpenausläufer, die sich in Süd- östlicher Richtung umbiegen. Jedenfalls landen wir etwas östlich von Genua (Nähe Flughafen) am Mittelmeer. Die Autobahn entspricht der alten römischen Staatsstraße – Via AURELIA - von Rom nach Marsilia. Sehr belebt, etwas eng, zahlreiche Tunnel. die mit einem helleren Anstrich netter aussehen würden. 

NOLI

Von allen Orten, die ich in meinem alten Reisebericht beschrieben habe, reizt uns NOLI, die alte freie Republik. Wir kriegen nur durch Zufall den ultimativ letzten Parkplatz und werden mit einem Schatz Kästlein von einem Städtchen belohnt: gepflegte Uferpromenade, alte römische Brücke, blitzsauberes Flussbett (ohne Wasser), Bögen stützen die hohen Häuser ab. Die Kirche, knapp nach 800 gebaut, hat nichts eingebüßt von ihrer Faszination.