Die weitere Wegbeschreibung könnte man sich mit einem gut funktionierenden Navi sparen. Ich führe sie trotzdem auf, um auch auf der Karte den Weg einleuchtend zu rekonstruieren. Jetzt suchten wir eine Verbindung zur Autobahn nach Norden. Sie zweigt in der Höhe von ZADAR auseinander: nach Zadar direkt und nach SVETIROK. Die letztere nehmen wir und sie unterquert das Velebit-Gebirge in einem fast 6 km langen Tunnel. Dann geht es noch zwei Ausfahrten weiter bis zur Autobahnabfahrt 13 auf eine n 522 und von dort direkt in den PLITVICKA Nationalpark.

Dieser ist auf manchen Karten schlecht eingezeichnet. Es gibt keine charakteristischen Städte in der Umgebung. Daher folgender Rat: Wenn man von der südlichsten Begrenzung Istriens auf dem Breitengrad nach Osten geht, kommt man in der Höhe des Nationalparks an. - Eine andere Beschreibung: Wenn man auf der Karte das schon 2009 beschriebene LUKOVO ausfindig gemacht hat, ist dieses auch sehr geeignet. Es liegt genau auf dem auf dem Breitengrad des Parks.

Wir hatten am Rande des Parks ein praktisches Quartier ausgemacht, relativ groß an der Hauptstraße, funktionell mit einem gediegenen Restaurant im Hause. Man kann auch Plätze finden, die noch näher am Park selber liegen, aber die vielleicht 5 km kann man in Kauf nehmen und findet immer noch einen Parkplatz nahe den Eingängen für die Wanderer. Es sind dann noch ein paar 100 m bis zum Parkeingang. Es erwartet den Besucher ein Gelände, was er in mehreren Stunden durchmessen kann. Es ist von atemberaubender Schönheit.

Schön sind sowohl die Aussichten aus einiger Entfernung, von der Anhöhe auf die in Stufen angeordneten Seen, als auch die kleinen Details aus nächster Nähe, die Moose, die Farne, die im Wasser versunkenen Baumstämmen, die im klaren Wasser gut zu beobachten Fische. Meine Beschreibung gibt nur ein schwaches Abbild. Sie trifft nur annähernd die ungewöhnliche Schönheit dieses Fleckens. Das ganze Märchenland wird vor Zerstörung bewahrt durch eine konsequente Streckenführung mit vielen hölzernen Stegen und Brücken. Einige Fähren und einige Shuttlebusse sorgen für Verbindungen innerhalb des Parks. Nicht umsonst diente die Region zahlreichen Karl May Filmen als Kulisse. Sie trifft wahrscheinlich nur annähernd den wirklichen "wilden Westen"; das heißt, sie ist eine romantische Verklärung einer eher eintönigen nordamerikanischen Landschaft; sie bringt das Klischee der unangetasteten Natur, der unberührten Schönheit und Ursprünglichkeit eines Paradieses, bevor die rauen Eroberer eingebrochen sind.