Erste Haltepunkt ist MAKARSKA. Wir begegnen einem Ausflugsdampfer mit einigen 100 Jugendlichen in ausgelassener Stimmung. Es folgen nette Rundgänge durch das Städtchen. Die Damen kaufen ein und veranstalten eine Modenschau. Ein Feuerwerk wird abgebrannt. Ein örtlicher Festtag. Hier merkt man nicht, dass ein Bürgerkrieg über dieses Land hinweggefegt ist. Überhaupt übersieht der Fremde in Kroatien die Spuren des Krieges leicht. Gut wer da von Insider-Wissen profitieren kann. 

Die Kirche am Ort hat nicht die Pracht und den Reichtum von SPLIT, lebt bildlich von dem von der Abendsonne angestrahlten Gebirge im Hintergrund. Im Städtchen war in der Nacht ein sehr angenehmes Klima; es tobte ein wildes Fest mit Masken und Kostümen. Es gab auch etwas Gutes zu essen auf dem lauschigen Plätzchen neben der Kirche, was zur Bergseite hin sanft anstieg.

Wir sind immer noch auf der küstennahen Wasserstraße und fahren weiter in Süd/östlicher Richtung. Rechts von uns liegen einer Reihe von länglichen Inseln, die alle ausgerichtet sind wie Kompassnadeln. Aber sie sind um 45° gedreht (von Nordwest nach Südost). In dieser Richtung fahren wir logischerweise, sonst würden wir bald auf Festland rennen. Nichts hassen Schiffe so sehr wie Festland. Ich vereinfache ein bisschen, um mir diese sogar für Einheimische komplizierten Verhältnisse zu merken. Die Insel BRAC war ein großes Stück unser „Begleiter zur Rechten“; jetzt sind wir schon vorbei und wir erreichen zu unserer Rechten die ebenfalls schöne und schlanke Insel HVAR. Die gleichnamige Hauptstadt liegt am anderen Eck (Nordwest); da kommen wir auf der Rückfahrt noch hin. Wir schiffen jetzt lieber um den Südostzipfel herum. Würden wir nämlich wie bisher an der Festland- Küste entlangfahren, würde rechts von uns PELJESAC auftauchen und immer näherkommen. Schließlich würden wir stecken bleiben, denn dieses PELJESAC ist keine echte Insel, sondern eine Halbinsel; es ist südöstlich mit dem Festland verbunden (das ist praktisch, um mit dem Auto hinzukommen, aber ungeeignet zur Umrundung mit dem Boot). Aber der nordwestliche Zipfel dieser Halbinsel ragt frei ins Meer und diesen werden wir umrunden und zwischen dieser Halbinsel und dem Südostzipfel von KORCULA durchzufahren. Diese Durchfahrt nennt sich PELJESACY-Kanal. Wir – das heißt der Vater, Mutter, Schwester, Schwager, Brüder – fahren unbeeindruckt an dem traumhaften Städtchen K. vorbei, bleiben nicht an der Küste von P., sondern steuern mutig auf das offene Meer hinaus. Ganz dramatisch wird es nicht, denn wir erreichen eine genauso ausgerichtete kleinere Insel Hrvar und zwar den dortigen Hafen am nordöstlichen Ende der mit einem Kuriosum aufwartet, nämlich einem Salzsee auf der Insel, und in diesem See wiederum eine Insel. Diese trägt ein ehrwürdiges Benediktinerkloster. Die meisten von uns haben die Umrundung dieses inneren Sees „per pedes“ nicht geschafft, aber eine kleine tüchtige Gruppe ist mit dem Boot zu besagtem romanischem Kloster gefahren. Wir- die große Masse - haben uns im Hafen in ein geräumiges Café mit kühlem Natursteinboden begeben und dort wie die Verdursteten einen Eiscafé geschlüpft. Muss ich Miljet noch beschreiben?

Das großartige bei unserer bisherigen Seereise waren ja die schönsten Badebuchten der kroatischen Inselweit. Wo es besonders verlockend war, wurde angehalten und die Anker rauschten aus dem Kettenbunker auf den Meeresboden. Dann konnten heckseitig aussteigen und hatten ausreichend Zeit, im frischen Meerwasser zu schwimmen. Es wurde von einem jüngeren Mitglied der Skipper Familie aufgepasst, dass die Zahl der Aussteigenden und Einsteigenden keine oder eine unwesentliche Differenz aufwies.

Wieder an Bord muss ich den weiteren Weg gar nicht mehr erklären. Mit meiner Beschreibung kann ja jetzt ein jeder mühelos Schiffe durch Dalmatien navigieren. es ging an der Nordküste von Miljet und an der Südküste von PELJESAC entlang d.h. in der Originalsprache Miljetski-Kanal. Irgendwann ist auch PELIESAK zu Ende; dann wird es ersetzt durch eine Reihe von kleineren Inselchen.

Vor Dubro. waren wir noch in SLANO. Das liegt an der Festlandsküste ca. 30 km nordwestlich von Dubrovnik an einer Meeresbucht und hat einige HoteIs und die Berge in unmittelbaren Hintergrund. Wir haben dort gegessen und nicht schlecht.