Jetzt wollten wir nach Istrien gelangen. Unsere Grobrichtung heißt Rijeka. Dazu musste das KALAKAPLA Gebirge überwunden werden. Damit waren wir auf der Ostseite des VELEBIT Gebirges. Ein wichtiger Tunnel heißt PLASINA, ich glaube wir waren dann auf den Nationalstraßen n 52 und 50. Jedenfalls bei OTOCAC fielen uns noch erhebliche Kriegsschäden ins Auge.

Es ist eindrucksvoll von der Anhöhe auf das Meer zu blicken; die Nationalstraße führte noch ein kurzes Stück bis Rijeka und dann folgte eine gut ausgebaute Straße Richtung ROVINJ. Auch in Istrien sind Gebirge zu überwinden und das wird leicht gemacht, indem man es durchfahren kann, als ob da überhaupt kein Felsmassiv wäre, nämlich durch den gut 5 km langen UCKA-Tunnel.

ROVINJ ist von ungewöhnlicher Schönheit, stark venezianisch geprägt, wie viele Städtchen und Städte in Istrien. Viele Häuser reichen an das Wasser heran, und die Besitzer hatten und haben einen bequemen Landeplatz. Nähere Details sind in meinem ersten Bericht. Von dort fuhren wir nach Norden, umrundeten den Limski-kanal, einen Fjord an den man aber nirgends gut drankommt und von diesem Naturwunder nur einen bescheidenen Eindruck gewinnt. Da müsste man mit einem Schiff ausgerüstet sein. Das nächste Städtchen VISAR ist überwiegend touristisch geprägt. Wir hatten nichts gebucht und hörten bei zwei Vermittlungen, dass gar keine Chancen bestünden, hier ein Quartier zu finden. Das war das klassische Latrinen-Gerücht. Bei dieser Vermittlung gab es nichts und sie hatten keine Lust uns jemanden zu vermitteln, mit dem sie gar nicht zusammenarbeiteten. Wir fanden eine ausgesprochen luxuriöse Unterkunft samt Schwimmbad. Am nächsten Tag steuerten wir ein weiteres Juwel dieser listrischen Küste an:

POREC. Wichtigste Kostbarkeit ist die byzantinische Basilika aus dem achten Jahrhundert. Also noch älter als die westgotischen Schätze an der spanischen Nordküste, genauso alt wie das Grabmal des Theoderich in Ravenna, älter als das Kloster Lorsch, als die Heilig Kreuzkapelle in Nin, Svet. Donat in Zadar. Es ist ein letzter Ausläufer des römischen Reiches, als dieses schon fast untergegangen und durch Staatsgebilde der Völkerwanderung ersetzt war. Es erscheint mir wie eine echte Brücke zwischen dem römischen Reich und den zaghaften Erinnerungen an die römische Baukunst in der Romanik.

Die Heimfahrt war erschwert durch einen anfänglichen Stau im slowenischen Teil von Istrien. Als wir Triest erreicht hatten, ging es zügig weiter  bis zum herrlichen Panorama der italienischen Alpen. Soweit ich mich erinnere,  ging der Weg über Villach Richtung Salzburg. dann blieben wir in der Gegend  von Hallein/ Bad Reichenhall im Stau stecken und mussten zahlreiche Umwege  suchen. Diese brachten uns wenigstens zu einem idyllischen Badesee, wo auch  noch eine Brotzeit geboten wurde. Wir gelangten schließlich doch auf  die Tangente „um München herum“ und sicher in die Heimat zurück.