Die folgende Alpenabfahrt ist nicht so interessant, und der erste größere Ort COLMEZZO auch eher langweilig. 

Dann kommt aber ein Highlight: VENZONE, ein gotisches Städtchen mit alter Stadtbefestigung, katastrophal zerstört bei dem Erdbeben von 1976, welches große Teile des FRIAUL beschädigte. Das war also in unserer sehr bewussten Lebenszeit, ein Jahr vor R. Geburt. Wenn man diese Orte selbst nach so langer Zeit mit eigenen Augen sieht, kann man sich das Unglück viel lebhafter vorstellen. Unsere Vorstellung bleibt natürlich immer weit hinter der grausamen

Wirklichkeit zurück.- Alles ist liebevoll wiederhergestellt: Reizvolle Gässchen mit

vielen kleinen Läden. Es war schwer, alle Eindrücke aufzunehmen, denn es

herrschte ein Phänomen was die gesamte Reise beherrschte, eine Gluthitze.

Sehr ähnlich und vielleicht noch eindrucksvoller ist die nächste kleine Stadt GEMONA. Einige interessante Fotos zur totalen Zerstörung und zum eindrucksvollen Wiederaufbau der Kolonnaden und der merkwürdigen durch Skulpturen aufgelockerten Fassade der Stadtkirche.

Ein Städtchen mit gleichem Schicksal ist TARCENTO, wir umgehen es und

gelangen nach Udine. Schon den ganzen Tag herrschte eine brutale Hitze. Diese und die verwinkelten Gassen machten es schwer, das Zentrum zu finden. PIAZZA LlBERTA heißt der berühmte und höchst eindrucksvolle Platz: Herkules schlägt die Stundenglocke; es geht hinauf zu einem fürstlichen Palast. Für uns ist Gelegenheit für eine Ruhepause in der Altstadt auf einem der schönen Plätze. 

An diesem zweiten Tag sind wir 200 km gefahren und haben knapp 5 L gebraucht. 

Endpunkt war östlich von CORMONS: 

Gorica = Görz. Ich hatte dieses wegen seiner interessanten Mischung italienischer und slowenischer Einflüsse sehr lobend angekündigt. Die Realität war etwas ernüchternd wahrscheinlich durch die bereits in großer Zahl gesammelten Eindrücke. Wir haben es nicht geschafft, die Burg der mächtigen Grafen von Görtz mit dem Markus Löwen am Schlosstor zu besteigen und die schönen Aussicht auf die Stadt zu erleben. Am einprägsamsten ist ein großer zentraler Platz mit einer frühbarocken Kirche, vergleichbar dem Stift Haug in Würzburg, und ein Brunnen mit allerhand Wasserspeienden Sirenen. Görtz hat diesmal die Erwartungen nicht ganz erfüllt, dafür war unser Quartier auf der westlichen Seite des Isonzo war großartig. Bei der Tageshitze war selbst dieser ziemlich kalte, aber sehr saubere und rasch fließende Strom sehr willkommen. Die Wirtsleute hatten geschmackvolle moderne Wohnungen ausgebaut; ihr eigenes Domizil war ländlich-sittlich, es fehlte nicht an Hühnern und Gänsen, und es gab eine von Reben umrankte Aussichtsplattform über dem Fluss, wo am folgenden Morgen ein üppiges Frühstück aufgetischt wurde. Am Abend vorher waren wir auf einer „Weinstraße“ ein Stückchen nördlich gefahren, vorbei an einem sogenannten Ossarium im Gedenken an die Kriegstoten (SACRARIO MILITARE Dl OSLAVIA) und wir hatten „en pleine campagne” eine deftige Brotzeit genommen.