Crkvenica

Abb. 22: Crkvenica
verdankt seinen
Namen einem
Kirchlein

 Rijeka ist die größte Hafenstadt des alten Jugoslawien.

Sie erinnert mich an Triest. Ich erinnere mich noch gut an das große Industrie- und Hafenbecken. Ein Einheimischer führt auf dem Rastplatz ein Vermittlungsgespräch. Er besitzt etliche Wohnungen auf Krk und in Rijeka, die er vermietet. Er war schon in zahlreichen Berufen tätig; beim „Militär“ hauptssächlich im Personalwesen und Sicherheit (sprich Stasi). „Ach, im alten Jugoslawien war alles besser: Brauchte man nix zu arbeiten, hatte man Frauen dafür. Jeder durfte studieren, ärztliche Behandlung war kostenlos“. –

Crkvenica eine sonniger Ferienort

Abb. 23: Crkvenica
gilt als einer der
sonnigsten Ferienorte
in Europa

 

 Ein wichtiger Ort an der Kvarner Bucht ist

Crikvenica; Es verdankt seinen Namen einem Kirchlein (Crikva). Am Kirchlein bauten die Frankopanen ein Castel, das heute als Hotel genutzt wird. Der Ort gilt als einer der sonnigsten Ferienorte in Europa. Leider gab es auch nur einen sonnigen Parkplatz. Die letzte Fischdose von Aldi war mein Mittagsmahl. Es wäre nicht nötig gewesen mich so einzudecken. Wir sind nicht in London. Charakteristisch ist, dass C genauso wie Opatija schon eine 100 Jahre alte K.u.K-Tradition hat. Wegen des flachen Strandes ist der Ort „kindergeeignet“.

3 km südlich von Crikvenica liegt der Badeort Selce. Der Ort liegt der großen Insel Krk gegenüber. Eine imposante Brücke spannt sich über das Wasser.

Auf Novi Vinodolski treffen wir 10 km südlich von Crikvenica. Bekannt ist der Sommerkarneval in diesem Städtchen.

Charakteristisch ist der schneeweiße Glockenturm, dem Philipp und Jakob zubenannt. Die Rest eines alten Frankopanen-Castels, der ursprüngliche Mittelpunkt des Fürstentums, wurde von mir in der Eile und Hitze nicht gefunden.

Hier wurde 1288 ein Gesetzbuch verabschiedet, das in Mitteleuropa Vorbild-Charakter hatte.

Gegenüber dem Süd/Ostrand von Krk liegt Senj. Es ist die älteste Stadt Kroatiens. Über der eher etwas düsteren und als „wenig gepflegt“ geschilderten Stadt erheben sich die perfekt renovierte Festung Nehaj (bedeutet „Fürchte Nichts“). Sie wirkt wie ein Staufer-Kastell in Süditalien und diente unter anderem auch als Schutz vor den Türken. Die Burgherren störten auch den venezianischen Handel empfindlich. Sie hießen Uskoken. Ein geheimnisvolles Völkchen, das seine Eigenständigkeit zu wahren wusste zwischen Türken, Venezianern und Habsburgern. Eine ihrer Besonderheiten war, dass sie ihre Waffen mit Vorliebe bei ihren Gegnern einkauften. Die Ausstellung in der Burg gibt über Geschichte, Rätsel und Mythos der Uskoken Auskunft.

Südlich Crkvenica kurz vor Lukovo

Abb.24: Südlich
Crkvenica
kurz vor Lukovo

Vor 5 Jahren sind Moni und ich auf einer kurzen, aber zu weiteren Besuchen inspirierenden Fahrt bis Lukovo gekommen. Dieses winzige Fischernest liegt 300 m unterhalb der großen Durchgangstraße Jadranska Magistrale.

Wir hatten es damals herausgesucht, weil ich mir zwischen den Inseln eine geniale Lücke zur Beobachtung des Sonnenuntergangs versprach.

Lukovo

Abb. 25: Lukovo, ursprünglich Ort des Thunfisch-Fangs,
liegt 300 m unterhalb und ca 3 km entfernt von der
großen Durchgangstraße Jadranska Magistrale.
(Das Foto will nicht seriös verstanden werden.
Lukovo ist origineller, als es den Anschein hat)

 Wenig hat sich verändert in Lukovo. Auf der weißen Wand des kommunalen Schuppens steht mit mannsgroßen Buchstaben der Name. Nach Menschen muss man wie immer suchen. Unsere alte Wirtin ist nicht da. Am Haus hat sich überhaupt nichts geändert. Das einzige Gasthaus, wo man die Hand beinahe ins Meerwasser strecken konnte, hat bereits zu. Der Campingplatz ist geschlossen. Das Museum, wo damals ein Glas Schnaps  in der Eintrittskarte inklusive war, ist zu. Schade.

Also mache ich mich auf zu einem weiteren , mir bekannten Ort: Jablanac. Von dort erfolgt der hauptsächliche Fährbetrieb zur schönen Insel Raab. Man kann aber auch über Krk die Fähre nehmen.

Jablanac

Abb. 26: Jablanac
ist malerisch;
von hier
kann man
nach Rab übersetzen

Obligatorisch ist das abendliche Bad im Meer. Das tut gut, ist aber nicht das Heilmittel für mein „ileosakrales“ Problem. Auch die solide Unterkunft hat keinen Umschwung gebracht. Erst Monate später gab es einen beeindruckenden und anhaltenden Therapieerfolg durch eine Übung , welche die Muskeln dehnt, die das Hüftgelenk nach außen drehen. Wer da näheres wissen will, sollte zum Äußersten greifen und mich fragen oder mir eine Tipp geben.

Von Jablanac lohnt sich ein Spaziergang zum Fjord von Zavravica

Abb. 27: Von Jablanac lohnt sich ein Spaziergang
zum Fjord von Zavravica. Ein Tunnel ist der Zugang.
Es war früh am Morgen.

 

 8.Tag. 138km, 4,9 l/100km Verbrauch.

Schon erwähnt und uns gut bekannt ist die Insel Rab mit der Stadt Rab, die sich zwischen dem Hafen und den vier markanten wunderschönen Kirchen erstreckt.

Allerdings aus meiner Sicht - vom Festland her - erscheint diese Insel wie eine Mondlandschaft. Wenn man aber die Insel betritt und diese Steinwüste passiert hat, kommen grüne Wälder und fruchtbare Felder.

Südlich von Rab erstreckt sich die langgestreckte Insel Pag.

Auf der Insel Lošinj, an der Stelle, wo diese Insel mit Cres zusammenzustoßen scheint, liegt der Ort Osor, ein seit der Antike wichtiger Hafen mit hohem Bischofspalast, viel Kunst und Archäologie. Leider steht das Inselprogramm nicht auf unserem Plan.

Jetzt fehlt uns was die Inseln betrifft nur noch Lovran:

Im Schutz des Bergmassivs gedeihen tropische Gewächse (Lovor bedeutet Lorbeer). Auch eine versunkene Pracht mit der Patina älterer Zeiten. Das Wasser wurde in älteren Berichten nicht gelobt.

An frühen Morgen dieses 8. Tages unternahm ich zuerst einen Spaziergang zum nahegelegnen Fjord. Man durchquert einen Tunnel und steht vor einer großartigen Kulisse. Es kostet einen erschwinglichen Eintritt. Zwischen mächtigen Felswände eingebettet ruht die spiegelglatte Wasserfläche. Als Besonderheit gibt es noch das im glasklaren Wasser gut sichtbare Wrack einer versunkenen Fähre.

Das Meer schneidet sich zwischen die Felsen

Abb. 28: Das Meer
schneidet sich
zwischen die
Felsen

Vom tiefsten Punkt dieses Fjordes aus kann man in das Velebit- Gebirge wandern. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein toller Weg ist. So interessant vielleicht, wie die Wege in den „Cinque terre in Ligurien“.

Im ruhigen und klaren Wasser das gut sichtbare Wrack einer versunkenen Fähre

Abb. 29: Im ruhigen und klaren Wasser
das gut sichtbare Wrack einer
versunkenen Fähre.

Velebit Gebirge

Abb. 30: In der
Verlängerung des Fjords
kann man ins
Velebit- Gebirge
aufsteigen und wandern

 Den nächsten Teil der Küstenstraße kann man geographisch einleuchtend erklären: Es Handelt sich um die ca. 100 km seit Lukovo bis Starigrad. Dort endet schon der 2. Teil der Reise.

Diese 100 km folgen sehr schön dem Meer; aber (im oberen Teil) in gebührendem Abstand. Das Meer ist der Velebitski-Kanal, also der Raum zwischen Raab/Pag und dem Festland. Auf der Festlandsseite der Straße erhebt sich das Velebit Gebirge.

Man könntest die Theorie vertreten, dass dieser Kanal schön sehr viel nördlicher beginnt und sich schon in der Höhe von Krk ewig lange zwischen dem Festland (Velebit-Gebirge) und den Inseln erstreckt. -

Jedenfalls ist der Kanal ein guter Schutz für die Segler, und die gewaltige Landschaft eine Freude für uns Landreisende.

Der Charakter dieses Streckenabschnitts variiert. Von meinem Quartier in Jablanac, geht’s wieder auf die Höhe. Das musste mein Kollege mit dem Fahrrad durchhalten. Die folgende Strecke ist eindrucksvoll; ich würde sie mit der Amalfitea in Italien vergleichen; nur ist der Verkehr auf 1/100 reduziert, und diese Verkehrsteilnehmer sind erheblich vernünftiger. Die Menschen überall auf der Welt müssen vernünftiger sein als die Fahrer auf der Amalfitea, einer  sau-gefährlichen italienischen Küstenstraße. 

An der Jadranska Magistrale

Abb. 31: An der Jadranska Magistrale
ca 10 km südlich Jablanac.

Man könnte es auch so beschreiben: Während Pag vom Festland abgetrennt ist, ist das Land in strenger Fortsetzung von Pag nach Süden noch mit dem Festland verbunden und macht den Hauptteil von Norddalmatien aus. Der genannte Kanal endet blind und wir können jetzt wieder weit nach Westen fahren und bleiben immer noch auf dem Festland. 

nsel Pag

Abb. 32: Die Insel Pag rückt nahe
heran und zeigt ihre unwirtliche Seite.

Abb. 33: Weiter am
„Velebitski kanal“
eindrucksvolle Felsen
auf der
Festlandsseite.

 Pag selber ist auch ein ganz kompliziertes Gebilde, das mehrere kleine Binnenseen einschließt. Die Insel ist tatsächlich durch einen schmalen Kanal vom Festland getrennt. Die Otko = Brücke über diese Wasserstraße sieht man vom Festland gut.

Südlich von Pag findet man im Meer die kleine Insel Maun; sie wird von Pag durch den Maunski Kanal gennt. Die Benennungen in Kroatien sind logisch.   

Nach Karlobag

Abb. 34: Hier nach Karlobag wird die
Vegetation wieder üppiger.