Prian Berühmteste slowenische Stadt am Mittelmeer

Abb. 7: Piran. Berühmteste slowenische Stadt
am Mittelmeer. Liegt am nordwestlichen „Eck“
von Istrien.

Schmuckstück der slowenischen Küste ist das benachbarte Piran. Es ist auf einer Landzunge in die Adria hineingebaut. Ich bin von Porto Roz, wo ich mein Quartier hatte, mit dem Fahrrad über eine Hügelgruppe mit Aussicht und Restaurant hinübergefahren. Mein Zimmer in Roz hat Aussicht auf das Meer, falls man mit akrobatischem Geschick zum Fenster klettert. Preise von 45€ sind ein Ergebnis der Unkenntnis der vielen Neuankömmlinge. Andere Mitbewohner haben auch über die Preise gestaunt. Dafür habe ich gut geschlafen und auch mit dem Kreuz ging es gut.

Einfacher ist es, entlang der Küste zwischen diesen Orten (Piran und Roz) zu pendeln. Mehrere „überdimensionierte“ Hotels sind zwischen beiden Orten hochgeschossen.

Der Kontrast springt ins Auge: Das Schmuckstück Piran und Roz mit seinen Hotelburgen.

Schon 1911 ging es in Roz mit einem Grand Hotel und einem Spielkasino los.

Piran, Blick vom Turm auf das Kirchendach

Abb. 8: Ebenfalls
Piran und ein weiterer
Blick vom Turm
auf das
Kirchendach.

Der „Heilige Georg“ liegt etwas oberhalb der Stadt Piran und bietet einen markanten Ausblick. Georg darf nicht fehlen auf dem ganzen Balkan und überhaupt am Mittelmeer.

Der Geiger und Komponist Tartini wurde hier geboren.

Am Hafenbecken fällt der Rote (venezianische) Palazzo mit der Inschrift „Lassa pur Dir“ ins Auge. Die Spitze der Halbinsel heißt Punta.  Selbst Slowenien schmückt sich mit einem Nationaldichter, dem Romantiker France Prešeren. Der Meister hat slowenisch und deutsch gedichtet. Ich bin immer wieder erstaunt, wie sich auch Ungarn Dichter leistet, die mit dem Handicap zur Feder greifen, nur für ein kleines Publikum zu schreiben. Wie sehr spricht dies für diesen Leserkreis.

Auf der anderen Seite der Stadt Piran kommt man zu den jahrhundertealten inzwischen stillgelegten Salzgärten, die jetzt Reservat für Seevögel bilden.

Das Salz, der eigentümliche Akzent und Istrien, diese drei zusammen sind charakteristisch für eine Spezialität, dem Pršut. Es fehlen noch Knoblauch und Pfeffer.

Umag, ein Städtchen vor Novigrad

Abb. 9: Umag ist ein Städtchen vor Novigrad.
Hier ist von diesem schönen Ort ein
unkonventioneller Aspekt festgehalten

 4.Tag. (75 km)

Zwischen dem Land-Zipfel von Piran/Roz und dem übrigen Istrien liegt ein deutlicher Einschnitt.  Er wird politisch durch die Landesgrenze vertieft.

Mein Plan war, der Küste möglichst gewissenhaft zu folgen und nicht die Abkürzung nach Umag zu wählen.  Über die Abfahrt Savutrija, wurde auf einem lohnenden  Umweg das Nord-West-Eck von Istrien „ausgefahren“. Es ging über ein einsames „Sträßle“ durch eine Buschlandschaft mit viel Kalkfelsen zwischendrin. Ich sah eher bescheidene (man verzeihe mir, wenn ich sage: ärmliche) Anwesen, die aber immer noch ein Zimmer zum Vermieten bereithielten. Man sollte sich mehr Sprachkenntnisse aneignen und solche Quartiere abklappern, die sicher viel Originalität bieten. Das Kap zeichnet sich aus durch hohe Pinien, einen markanten Leuchtturm und einen noch halb besetzten Campingplatz. Es beruhigte mich, dass die Campingplätze in dieser Jahreszeit noch nicht (alle) geschlossen sind.

Dann kam die lange Westküste von Istrien Der erste Teil ist gar nicht so interessant. Bei Umag dehnt sich der erste megagroße Campingplatz über mehrere Hektar.

Dieses Umag ist das einzige  Küstenstädtchen vor Novigrad. Hier machte ich die erste Kaffeepause und stellte dabei fest, dass ich noch keinen Kuna besaß.

Erst beim Hinaustreten aus dem Cafe durch eine 2. Tür stand ich vor dem Halbrund einer wunderschönen Silhouette am Meer. Thalassotherapie wird hier angeboten. Auf dem großen Marktplatz mit noch dem noch  größeren Campanile liegen die  gesuchten Geschäfte, auch die Wechselstube.

Vor Novigrad kommen wir noch durch Dajla, ein wilder Strand, der es versteht, die Touristen durch Seeigel abzuschrecken und so seinen Charakter besser zu wahren.

Tief im Land drinnen, sozusagen im Zentrum von Istrien liegt Pazin, ein kleine Stadt mit einem Castel an einer 120 Meter tiefen Schlucht. In dieser Schlucht verschwindet ein Flüsschen. Dieses Ambiente hat viele Dichter inspiriert.

Andere interessante Punkte im Zentrum von Istrien in der Nähe von Pazin sind Beram mit der freskenreichen Friedhofskapelle und Hum, die kleinste Stadt der Welt mit nur 21 Einwohnern. Sie hat als Garnisonstadt schon lebhaftere Zeiten gesehen.

Die Leute in Tinjan, westlich von Pazin, hatten eine interessante Verfassung: sie versammelten sich unter den hohen Bäumen an dem steinernen Tisch und ein Floh wurde in ihre Mitte gesetzt. Wem das Tier in den Bart sprang, der musste für das nächste Jahr als Oberhaupt der Dorfgemeinschaft fungieren.

Novigrad (ital.: Cittanova, man pflegt in den letzten Jahren auch wieder die italienischen Namen!) liegt an einem Fjord. Mirna heißt der dazugehörige Fluß. Alles ist noch nicht so spektakulär wie der Limski-Kanal, den es später zu beschreiben gilt.

Das Parken funktioniert problemlos auf dem Platz des großen Supermarktes. Das Städtchen hat die ideale Größe für die Besichtigung mit dem Fahrrad.

Novigrad konnte seinen romanisch/gotischen Stadtkern mit engen Gassen erhalten, ebenso eine mittelalterliche zinnenbewehrte Mauer und - wie es sich gehört - am Hauptplatz eine Basilika des Heiligen Pelagius (frühromanische Krypta).

Porec, Reste des römischen Tempels nahe der Kirche

Abb. 10: Poreč
(ital: Parenso).
Reste des römischen
Tempels nahe der
Kirche. Noch bekannter
– hier nicht gezeigt –
das Weltkulturerbe,
die Euphrasius-Basilika
mit eindrucksvollen
byzantinischen
Mosaiken

 Überall gibt es die Möglichkeit zu baden. Das ist ein höchst erfreulicher Aspekt des Landes und der Nachsaison: Anfang Oktober. Hier habe ich mich doch noch nicht zum Bad im Meer entschlossen. Die Möglichkeit war auch schon faszinierend.

Hinter der o.g. Bucht muss man etwas mehr Abstand vom Meer halten bis kurz vor dem Städtchen

Poreč (ital: Parenso).

Es liegt wieder sehr schön auf einer Landzunge. In der Nachbarschaft wurden größere Feriensiedlungen errichtet; (im Süden die Blaue - und die Grüne Laguna = Plava Laguna und Zelena Laguna). Von dort kommt man auf die Insel Sveti Nikola mit zwei bekannten Hotels.

Gleich an der Einfahrt hat man einen großen öffentlichen Parkplatz eingerichtet. Welche banalen Dinge heutzutage wichtig sind!

Kleine Gässchen zweigen von der von den Römern angelegten Hauptstraße Dekumanus ab. Eindrucksvolle Reste des römischen Tempels nahe der Kirche und gotische Häuser sind eine Freude zu besichtigen. Weltkulturerbe ist die Euphrasius-Basilika mit eindrucksvollen byzantinischen Mosaiken; dann gibt es den

Bischofspalast und den Glockenturm.

Im Altstädtchen wird jeder freie Winkel vermietet. 

Am befestigten Strand ganz nahe dem Ortszentrum springe ich ins heute recht bewegte Meer.

Bis Vrsar  (Italienischer Name viel leichter zu merken: Orsera!) unmittelbar vor dem Limskikanal gibt es eine schöne küstennahe Straße. Noch vor diesem Ort suche ich mir  einen großen und schönen Campingplatz am Meer; er ist terrassenförmig angelegt und bietet  Ausblick auf verschiedene Inselchen. Gerade die erste Reihe (Comfort) bietet die besondere Aussicht. Man musste sich zuerst zu Fuß seinen Stellplatz auswählen; so gibt es später keine Klagen.

Um 21°°Uhr  ist es dunkel, da gehen alle schlafen, um auch nicht vor 8°° Uhr aufzustehen. Kollektiver Heilschlaf. Unter der Laterne vertiefte ich mich noch in „natürliche Religionen“ von Hume.

Mit dem Rad geht’s hinauf in die Stadt, die sich sehr repräsentativ auf einem Hügel gruppiert.

Auch Vrsar hat einem markanten Campanile der Pfarrkirche, sowie das verfallene Castel Vergotini, den Sommersitz der Bischöfe von Poreč. Dazu gibt es noch eine richtig schöne romanische Marienkirche.

Die Sicht auf das Meer ist großartig, aber einen Einblick in den Limski- Kanal gibt es nicht. Mit dem Schiff hätte man wahrscheinlich den umfassenderen Eindruck. Die Häuser von Vrsar sind aus großen Quadern hellen Kalksteins, hell verfugt geben sie ein charakteristisches Bild. Ich lasse das Rädchen bis zum Hafen rollen, 8 große, prächtig herausgeputzte Yachten kontrastieren zu duzenden, abgekämpften Fischerbooten. Es besteht ein Bootsverkehr zu dem weiter nördlich gelegenen Funtana.

Trotz der bisher kleinen Strecke brauchte es einige Konzentration, die schönen Orte auseinander zu halten. Zu groß waren die Ähnlichkeiten. Die Wahl der Orte für die Ansiedlungen fiel immer auf typische Halbinseln oder „fast Halbinseln“. Alle waren ähnlich und ließen Städtchen entstehen, die dem venezianische Charakter entsprachen. Ich will damit schon andeuten, dass ich im Verlauf der Reise so viele Eindrücke hatte, dass ich zweifelte mir das merken zu können, befürchtete alles „durcheinander zu hauen“ und dadurch zu verlieren. Das führte schon bevor der 14. Tag erreicht war zum Entschluss, die Reise nicht zu weit auszudehnen. Weniger ist mehr. Oder war es Heimweh?

Abb. 11: Der Limski-Kanal, ein Fjord,
der die Küstenfahrt „behindert“
und die Istrien-Reise in zwei
Teile gliedert

 Ab dem Limskikanal folgt der zweite Teil der Süd/Westküste von Istrien.

5. Tag (125 km).

Das nächste Wegestück. Vrsar bis nach Pula ist küstennahe nicht befahrbar.

Zuerst muss man den interessanten Limski-Kanal umrunden. Fast immer versteckt er sich unzugänglich im Gestrüpp. Es gibt nur ganz wenige Ausblicke. Eine Landschaft ganz ähnlich wie am Vortag am Nord/Ost Eck dieser West-Küste. In dieser Gegend wird gern gegrillt und vielfältige Spezialitäten werden angeboten.

Wahrscheinlich kann man von See her ungeniert in diesen Fiord einfahren und die Pracht bewundern. So haben die Bootsfahrer in Kroatien nicht nur die unzähligen Inseln, derer Pracht und deren Windschutz, sondern auch diese Fjorde. Dass es diese gibt,  war mir bisher unbekannt.

Ein Ausflug führt entlang dem Limski-Kanal nach Dvigrad, das ist eine romantische Ruinenstadt. Die Natur hat sie wieder in Besitz genommen.

Nach dieser Umrundung komme ich  ein kurzes Stück weit zum Meer zurück, in die Stadt Rovinj. Dann folgt wieder ein Stück (bis Fazana und Pula), wo Berge und Steilküste den Straßenbau entlang der Küste verhindern.

Abb. 12: Rovinj. Schwer zu entscheiden,
welche istrische Stadt das schönste
Panorama besitzt.
Siehe auch Beitrag:
„Neues Verfahren Bildbearbeitung“ .

Abb. 13: Rovinj. Die Schutzheilige Euphemia

 Rovinj: Eine tolle Stadt, hat eine Ähnlichkeit mit der Hauptstadt auf der Insel Rab. Da man nur Gutes berichtet, heißt die Schutzheilige auch Euphemia. Auch sie wurde eingekauft oder geklaut und zwar in Konstantinopel, wo sie in einer rauen Sturmnacht verschwand. Sie thront auf dem dominant hohen Glockenturm und zeigt dem Schiffer den Wind. Turm und Kirche liegen erhöht, eine von Palmen gesäumte Treppe führt hinauf und bietet einen schönen Blick auf die Stadt und die vorgelagerten vierzehn Inselchen.

Das Panorama der Stadt wird besonders von der See aus gelobt. Ich finde es auch von der Landseite fantastisch und habe diese Ansicht auch in meinem Internetbeitrag (Subtraktion) bearbeitet. -

Ich parke am Kreisel vor der Stadt unweit vom rührigen Fischerhafen. Ein Schattenplatz ist ein Privileg bei diesen immer noch heißen Temperaturen Ende September.

Abb. 14: Rovinj. Eine Bild mitten aus der Stadt

Abb. 15: Rovinj. Lebendiges Zentrum

 Auf dem Weg nach Pula geht’s - wie schon gesagt - im Land über Bale (=Vale) und Vodnjan. „Bale“ verwirrt mich, besonders, wenn ich im Netz Werbung für Campingplätze bekomme und zuerst vermute sie kommen aus Basel. Beide Orte prunken mit charakteristischem mächtigen Kirchtürmen. Das Missverhältnis von gewaltigen Kirchen und kleinen Städtchen erinnert an Kastilien.

Gerade in Vodnjan gefallen mir die engen Gassen mit gotischen Häuserzeilen und die Wallfahrtskirche Sveti Blaz. Heilige Reliquien gibt es im Überschuss. Ich halte Rast unter dem Olivenbaum. Schatten bleibt trotz des fortgeschrittenen Monats September ein hohen Gut.

Vor Pula kann ich in Fažana endlich wieder das Meer erreichen, einen Schattenplatz ergattern und ausgiebig im Meer baden. Im Sichtfeld vor der Küste ruht der Archipel Brijuni (italienisch Brioni). Zu Titos Zeit blieb das traumschöne Gelände dem Staatsoberhaupt vorbehalten. Vorher hatte ein deutscher Gelehrter seinen Namen auf den Inseln verewigt: Robert Koch hatte sich um die Befreiung des Archipels von der Malaria verdient gemacht. Er ist in Clausthal-Zellerfeld geboren. Dort in der Krone war er in den Jahren zu Gast, als er schon ein berühmter Bakteriologe war. Dort in der Krone – ganz nebenbei – habe ich diesen Bericht getippt. Eine Insel war ein gutes Modell für Kochs Feldforschungen. Bei flachem Strand und apfelgroßen Kieseln sind die Badeschuhe sehr praktisch (noch wichtiger bei Seeigeln). Danke an Moni.

Abb.16: Pula.
Hauptattraktion ist das
römische Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert
nach Christus (Durchmesser 132 m).
Wer nennt spontan vergleichbare
römische Bauten entlang des
Mittelmeers?

Abb.17: Blick durch einen Bogen des Theaters
auf den oft umgebauten Campanile des Doms

 Pula ist eine große Hafenstadt. Sie wurde von den Österreichern zum Militärhafen gemacht.

Heute ist es das Zentrum einer größeren Zahl von Ferienanlagen:

Medulin, Pomer Premantura, Banjole und Verudela. Alle liegen sie im Süden der großen Stadt,

Hauptattraktion ist das römische Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert nach Christus mit einem Durchmesser von 132 m. Ich bekam prompt ein ganz neuzeitliches Knöllchen im Parkverbot am Eingang des Amphitheaters.

Es finden sich noch ein römischer Triumphbogen und zahlreiche römische Reste. Die Ausgrabungen füllen ein archäologisches Museum speisen. Der Dom mit dem freistehenden Uhrturm wurde seit dem 6. Jahrhundert in zahlreichen Stilrichtungen umgebaut und hat dabei gelitten.

 

Die Ausfahrt führt  zuerst „autobahnartig“ am Flughafen vorbei.

Labin in Istrien an der Südküste

Abb.18: Labin liegt schon an der „Südküste“
von Istrien. Hier ein malerischer Winkel
aus der Oberstadt.
Wie so oft, begrüßt uns ein venezianischer
Löwe. Die untere Stadt war durch
Steinkohle-Förderung geprägt

 Dann kommt die Süd/Ost-Seite von Istrien, in deren Mitte der Fjord des Raša -Flusses liegt. Dieser und dazu noch das Ostri-Gebirge, stellen zwei mächtige  Hindernisse für die normale Küstenfahrt dar.

Zuerst kommt fruchtbares Ackerland gemischt mit Wald. Der Abstieg in Tal der Raša wird gefolgt vom Aufstieg entlang eines Seitenflüsschens nach Labin. Die untere Stadt nimmt das alte Bergwerk und die alten, ziemlich schrecklichen, Siedlungen ein. Wir sind im Ruhrgebiet von Istrien. Hier wurde einmal Steinkohle gefördert.

Die ältere Oberstadt schmiegt sich auf die benachbarten Bergkuppe: Wie so oft begrüßt uns dort ein venezianische Löwe,dieser Stadtteil beherrscht den 300 m hohen Felsen.

Die Stadt es ist übersichtlich angeordnet:am Hauptplatz der barocke Palazzo Bateiola mit dem Stadtmuseum, der Prätorenpalast und die Marienkirche (Renaissance). Die Sicht vom Glockenturm in beide Richtungen über das Meer und das fast bergige Binnenland wird oft beschrieben.

Soweit die geographische Beschreibung. Es gibt auch eine geschichtliche, psychologische Sichtweise. Lubin hat eine sozialistische Tradition. Eine Altkommunistin wurde hier geboren und wird hier verehrt. Die Verehrung eines Gastes hält sich in Grenzen. Man sieht hier zuerst den Kapitalisten. Ich hatte bescheiden nach einem Zimmer nachgefragt. Es folgte eine etwas unwillige Zusage. Nach einer halben Stunde, nachdem ich mühsam mein Auto durch die Einbahnstraßen bugsiert hatte,  musste ich doch die Absage einstecken. Man verzichtet auf Almosen vom vermeintlichen Klassenfeind. Es wurde mir in Aussicht gestellt, mir an der Küste im benachbarten Rabac, was anzubieten. Auch im Touristikbüro gab es eine abschlägige Auskunft. Also Lubin ist nicht geeignet, um sein Haupt zu betten.

Von hier aus führt eine Stichstraße zur Bucht hinunter nach Rabac. Der Blick gleitet hinüber zu der breiten Insel Cres. Dahinter verbirgt sich Krk. Ich war leider etwas gestresst, sonst hätte ich die bildschönen Campingplätze in Rabac gefunden und dort vielleicht ein Häuschen gemietet. Es hätte auch so 50€ gekostet, allerdings für 4 Leute Platz geboten. So habe ich in R. herumgesucht. Zuerst gab es einige unrealistische Angebote (65€ ohne Bad), dann eine nette Privatwohnung. Da hatte ich auf einmal 3 Zimmer und einen schönen Ausblick. Ich  blieb 2 Tage, weil es mir gut gefiel, aber auch weil ich etwas Probleme mit Rückenschmerzen hatte.

Dieser Ort hat praktisch nichts Altes. Aber der Strand besteht aus wunderbarem blütenweißem Fels und erlaubt ungetrübte Badefreuden. Das Restaurant, das man mir abseits vom Touristenzentrum empfohlen hat, war tatsächlich sehr gut.

6. Tag. Ruhetag mit Baden, Postkartenschreiben, Campingplatz besichtigen,

Abb. 19: Fjord des Raša –Flusses

Abb. 19: Fjord des Raša –Flusses.
Dieser und das Istri-Gebirge sind landschaftlich reizvoll,
erschweren es aber, der Küste zu folgen

 7.Tag. 180 km, 4.8 Verbrauch Durchschnittsgeschw. 47 km/h.

Zurück durch Labin vorbei an wenigen immens hohen Schornsteinen kommt man zu einem Fjord und gelangt von dort zu einem  wunderbaren Aussichtspunkt auf das Meer und die Insel Cres (weiter im Hintergrund die Insel Krk). Die Aussicht wird auch nicht getrübt durch das am Fjord des Flusses gelegene Heizkraftwerk.

Bis Opatija bietet die Staatssraße  sehr schöne Aussichtspunkte am Meer.

Moscenicka Draga ist ein Fischer-Ort am Fuße des Ucka-Gebirges.

Abb. 20: Moscenicka Draga ist ein fotogener
Fischer-Ort am Fuße des Ucka-Gebirges.
Dieses Bild stammt aus dem alten,
gleichnamigen Städtchen 180 m oberhalb
des Meeres.

 Mošćenička Draga ist ein fotogener Fischer-Ort am Fuße des Ucka-Gebirges; das gleichnamige alte Städtchen versteckt sich oberhalb des Ortes in 180 m Höhe wie in einem Adlerhorst. Es ist schon allein durch die Aussicht beliebt. Die 400 Jahre alte Olivenöl-Presse neben dem Stadttor wird gerne abgelichtet. Heute quillt eine Touristenstrom aus Ascheberg in die ungewöhnlichen, total verwinkelten Gässchen quillt.

Vor Opatija liegt Lorvan (Lorber).Die Gegend um Opatija wurde im Mittelalter von einem kroatischen Fürstengeschlecht, den Frankopanen geprägt. - Die touristische Entwicklung ging richtig los, als die Österreicher die Eisenbahnlinie Wien-Triest nach Rijeka verlängerten. Die K.u.k.-Benennung für den Ort Abbazia, leitet sich von der alten Benediktinerabtei ab.

Opatija wurde bald beim österreichisch-ungarischen Adel beliebt. Die von der Brandung hochgewirbelten Salzpartikel gelten seither als heilsam. Heute wirkt die vergangene Pracht von Opatija trotz der modernen Hotelpaläste etwas altmodisch.Die schöne Küstenstraße setzt sich auch  nach Opatija auf den weiteren Kvarner-Golf gegenüber der Insel Krk fort. Nur um Rijeka herum  ist es etwas weniger interessant.

„Adlerhorst“ Moscenicka Draga und Blick über das Meer nach Cres.

Abb. 21: „Adlerhorst“ Moscenicka Draga und
Blick über das Meer nach Cres.