1. Frieds Jugend und die Jahre vor der Tätigkeit in Worms

Fried wurde am 22.7.1889 in Bamberg geboren.

Er selbst beginnt ein Gedicht an seine Vaterstadt:

Stadt der sieben sanften Hügel,
sonnentrunkenen, heiligen Roms
Frankenländisch heitrer Spiegel;
Stadt des altersgrauen Doms.
Mit den trotzgen zarten Türmen,
die in ihrer Ruhestatt,
Bischöfe und Kaiser schirmen:
Alte, treue, deutsche Stadt.

Das Neue Penal: Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg nahm seit 1890 auch Mädchen und Juden auf. Unter den 300 jüdischen Schülern war auch Carl Fried; erstmals erwähnt wurde er im Jahresbericht 1901 -

Als Freiwilliger erlebte und erlitt er als Frontarzt den Ersten Weltkrieg, wurde mehrfach ausgezeichnet. Er war anschließend kurzzeitig in Worms (es ist nicht dokumentiert, wo genau), in München (bei Prof. Döderlein) und im Rheinland tätig, bevor er sich für die für ihn entscheidende Stelle am Stadtkrankenhaus in Worms - heute Klinikum Worms - bewarb. Er war ca. 31 Jahre alt; er sollte in Worms für neun Jahre seine geistige Heimat finden, heiraten und zwei Söhne (Robert und Rainer) haben.

Er gab Worms für einige Jahre – was die wissenschaftliche Aktivität betrifft – das gleiche Gewicht wie Berlin, Wien, München, Köln, Frankfurt. An seinem Beispiel ist sehr gut der Weg jüdischer Mitbürger aufzuzeigen: Vom Erfolg in die „Unperson“, verordnetes Vergessen und vergessen bleiben.