Ammonit Farbe WGH Schmitt
Bild 13

13.
Fossil. Lichtoptisches Bild.
Ammonit aus Gundelsheim am Neckar. Jura,  60 Mio. Jahre alt.

Farbübersetzung mit einem „Regenbogen“
Von Dunkel nach Hell geht es
über Rot-Violett- Blau- Grün -Gelb wieder auf ein Rot -  (genauer erklärt bei 19b).

Ästhetik? Gut.

Gewinn durch die Farbe? Die Versteinerung - eingebettet in Stein - wird farblich gut abgegrenzt. Innerhalb der Versteinerung wird der Bereich der Luftkammern (Lobenlinien, ein Fachausdruck aus der Wissenschaft von den ausgestorbenen Lebewesen) farblich abgehoben gegen die „Wohnhöhle“ (Rot-Violett). Farbgebung hat einen gewissen didaktischen Wert.

WGH Schmitt Röntgen Distel farbig
Bild 14

14.
Röntgenaufnahme einer Distel. Das getrocknete Pflanzenmaterial wurde bei 28 KV (selbst bei so niedriger KV!)  „locker“ durchstrahlt und gab einen schlechten Kontrast auf dem Film. Daher wurden die Dichteunterschiede künstlich angehoben, die Pflanze mit einem Kontrastmittel angesprüht. Ein alter Trick bei den experimentellen Radiologen.

Wieder erfolgte die bei uns beliebte Farbumsetzung Gelb-Violett-Orange-Dunkelblau. (20b, 27, 33a)

Ästhetik? Interessant.

Gewinn durch die Farbgebung? Überraschenderweise ja!
Nicht ganz zu entscheiden, ob dieser Gewinn allein durch die Farbgebung oder überhaupt durch die digitale Nachbearbeitung zustande kam. Das Original war nämlich erheblich überbelichtet.

Baumstamm CT farbig WGH Schmitt
Bild 15

15. Um was handelt es sich?
Querschnitt durch einen Baumstamm mit zwei Wachstumszentren;
also nahe einer Aufgabelung „geschnitten“.

Womit geschnitten?
Computertomographie (CT).

Bildqualität mäßig. Dem Untersucher ging es ums Prinzip, und nicht darum, noch besser aufzulösen. Ungewöhnlich dicke 10 cm Schicht, 120 KV, 40mA (sehr niedrig!). Gerade bei einem toten Objekt wäre man frei gewesen, mit einer hohen Dosis eine schöne Bildqualität zu erzeugen; aber der Untersucher machte es wie beim Menschen: Ein Ding mit hohen Kontrasten (hier Holzsubstanz-Luft) braucht wenig Dosis.

Die Übersetzung in Farbe folgt einem von uns geschätzten Muster:
Von Schwarz nach Weiß geht es
von Schwarz, Rot, Gelb Grün, über Blau nach Violett.

Ästhetik? Ansprechend.
Informationsgewinn durch Farbe? Fast keiner. Eher ein Verlust an Detailstruktur.
Wenn man die Farbskala kennt, versteht man leichter, wie die Dichte der Baumstruktur nach innen zunimmt.

WGH Schmitt Koralle Röntgen farbig
Bild 16

16.
Koralle aus unseren Tagen ( = rezent). Röntgenbild.
Das Objekt hat 20 cm Durchmesser und wiegt 500 g. 70 KV, 20 mAs (Milli-Ampere x sec), Film-Folien-Kombination.

Farbgebung von Schwarz nach Weiß =
Schwarz- Rot- Blau -Grün-Violett (etwas unkonventionell).

Ästhetik?
Ansprechend.

Diagnostischer Gewinn durch Färbung? Fast keiner.
Wer nicht geübt ist, Grauwerte zu gewichten, hat es mit diesen farbigen Bildern leichter. Die Farbe sagt uns, dass der Körper in der Mitte dicker/dichter ist als in den Randpartien.
( = Summationseffekt; siehe unser Beitrag „Pleura1“)

WGH Schmitt Meerschwein Gravidität
Bild 17

17.
Röntgenaufnahme eines Meerschweins.
34 KV, Film-Folien Kombination.
Diagnose als zufälliger Nebenbefund:
Gravidität.

Farbskala ersetzt Weiß durch ein Grüngelb; schwarz bleibt schwarz.
Eine einfache Farbskala.
Erinnert an ein Durchleuchtungsbild vor der Entwicklung der Bildverstärker.
Ein echtes Durchleuchtungsbild muss man sich aber „invertiert“ vorstellen: Dort „opaliszieren“ die hier Dunklen Areale; die Knochen bewirken echte (also schwarze) „Schatten“. (Im Röntgen gebrauchen wir so  paradoxe Benennung: Wir nennen etwas ganz Helles im Bild einen „Schatten“; warum, wird in „Pleura 1“ besprochen).

Ästhetik? Die Farbgebung weicht nur gering vom Original ab. Daher wird der ästhetische Reiz des Originals weder verbessert noch verschlechtert.
Didaktischer Wert der Einfärbung? Gering.

Übrigens gibt es noch einen weiteren Beitrag, der sich mit der Bearbeitung von Bildern befasst. Dort wird die Frage gestellt: Was passiert, wenn wir Farbe von Farbe subtrahieren. Die Ergebnisse sind komplex und eindrucksvoll.