Farbe Portrait Röntgen
Bild 21a

21a.
Portrait einer Büste von W.C. Röntgen.
Verlaufsumsetzung in Farbe.
Die Farbtafel folgt dem Regenbogen
von Dunkel nach Hell:
Rot -Violett -Blau -Grün -Gelb wieder auf Rot.

Information? Bringt nichts!
Ästhetisches Urteil? Schwach! Man erkennt kaum ein Gesicht.
Ein Beispiel für eine missglückte Farbgebung.

CT Portrait WC Röntgen WGH Schmitt
Bild 21b

21b.
So sah das Original vor der Verlaufsumsetzung in Farbe aus. Hier erkennt man, dass es sich um eine Skizze handelt. Das ist kein Zufallsprodukt, sondern ein planmäßiges Bild.
Die Technik der Zeichnung ist etwas kompliziert.
Es ist das Röntgenbild einer Skizze. Gezeichnet und gemalt wurde mit einem Röntgenkontrastmittel auf Papier; das Ganze wurde dann in die Schichtebene eines CT-Gerätes gebracht (CT = Computertomographie). So wurden die geringen Kontraste bildwirksam verstärkt.

Es ist also ein mit Röntgenstrahlen gewonnenes Bild; was vorne liegt, die Nase und Teile des Bartes leuchten hell auf, während zurückliegende Partien im Schatten liegen. Diese „lichtoptischen“ Kriterien stammen vom Zeichner.
W.G.H. Schmitt hat das Bild im Jubiläumsjahr der Entdeckung 1995 als Hommage auf Röntgen seinem Buch „100 Jahre Röntgen-100 Rätsel“ voran gestellt.

Wirbel Mensch und Wal WGH Schmitt
Bild 22

22.
Wirbel eines Grönlandwals und eines Menschen. Jeweils 2. Halswirbel (Axis). Lichtoptisches Bild.

Verlaufsumsetzung schon bekannt aus 7; 10; 12

pathologische Beweglichkeit Wirbel WGH Schmitt
Bild 23a

23 a und b.
Was ist das?
Röntgenbild zweier benachbarter Wirbel mit erheblichem Verschleiß in den kleinen Wirbelgelenken.
Daher besteht eine pathologische Beweglichkeit: Der Wirbelkörper des einen Wirbels kann gegenüber dem des anderen zur Seite herausgedreht werden. Der Drehpunkt liegt weit hinten (dorsal), fast im Dornfortsatz.

Der Schaden in den kleinen Gelenken bekommt auch der Bandscheibe nicht gut, sie verschleißt. - Oder aber die Degeneration der Bandscheibe war zuerst da und war die Ursache für diesen Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke.

Um es besser sichtbar zu machen, wurde der eine Wirbel hell, der andere Wirbel dunkel gefärbt. Wie ist das möglich? Ein Wirbel ist als Positiv, der andere als ein Negativ dargestellt. Das Zauberwort heißt Subtraktion.

WGH Schmitt Wirbelverbindung Farbe
Bild 23b

23b.
Dieses Bild wurde nun in Farbe übersetzt. Das ist leicht.
Kompliziert ist nur die Farbtafel: Schwarz nach Weiß wird übersetzt/umgesetzt  in
Rot- Gelb- Grün- Blau- Violett wiederum zu Rot.

Ästhetik? Ansprechend.
Bildinformation? Kein Zugewinn durch die Farbe. Das Ausgangsbild ist zu kompliziert. Hier wird jedem Betrachter viel zugemutet.

Schädelbasis CT 3D WGH Schmitt
Bild 24

24.
Mit den letzten Fällen haben wir den Menschen ins Bild gebracht:
Hier die menschliche Schädelbasis.
Das Bild ist mindestens 15 Jahre alt.
Röntgenbild oder lichtoptisches Bild?

Ein Zwischending. Eine 3-D-Oberflächenrekonstruktion aus einer computertomographischen Serie.
Das Bild einer Untersuchung mit Röntgenstrahlen erhält  durch Datenverarbeitung Kriterien eines „lichtoptischen“ Bildes. Die Schwierigkeit bei dem Verfahren ist die Bestimmung eines „threshold“, eines Schwellenwertes zwischen  Luft und Knochen. Wird der zu hoch gewählt, erscheinen scheinbare Löcher im Knochen.

Ist es eine Untersuchung am Menschen oder an einer knöchernen Schädelbasis? Am Menschen. Das kann man aus den Quellbildern sehen, nicht aus diesem EDV-Produkt.

Verlaufsumsetzung von Schwarz nach Blau- Grün- Gelb- Weiß.

Ästhetisch? Ein gutes Bild.
Didaktischer Wert der Farbgebung? Moderat.

WGH Schmitt Koronarien Angiographie Farbe
Bild 25

25.
Eine Darstellung der (beiden) Herzkranzgefäße an einem Schweineherzen (Präparat).
Die Untersuchung ist 34 Jahre alt. WGH Schmitt hat wahrscheinlich den Ramus circumflexus der linken Koronararterie abgeklemmt und nur den Ramus interventricularis dargestellt.

Farbtafel: Hellblau- Weiß- Braun- Hellbraun,
also ein „verrücktes“ Farbfenster mit einem unharmonischen Sprung von dem schwächer zum stärker angefärbten Myokard und einer relativen Unterdrückung der großen Koronaräste, Hervorhebung kleiner Verzweigungen.

Ästhetik? Nicht ohne Reiz.
Didaktik? Verwirrt mehr als es klärt. Die Information ist allenfalls: Gefäße sind etwas Faszinierendes.

WGH Schmitt Angio Verschluß farbig
Bild 26

26.
Katheter-Angiographie als Digitale Subtraktions Angiographie (DSA);
d.h., hier ist die Subtraktion obligat, um den Hintergrund zu unterdrücken und die kontrastierten Gefäße stark hervorzuheben.
Wir brauchen also zwei Bilder, eine Maske und ein Füllungsbild.
Ein Katheter ist über die rechte Leiste vorgeschoben.

Heute haben wir Verfahren (unter Verwendung von CT und Kernspin), die einen beträchtlichen Teil der Katheter-Untersuchungen ersetzen, also ohne Katheter auskommen. Das ist bei den interventionellen Verfahren nicht möglich.

Im oberen Bild ist die Leeraufnahme als Maske hergenommen. Das Kontrastmittel ist in dieser Darstellung blau gefärbt.
Kleinere Äste, z.B. Kollaterale im linken Beckenbereich und das Nierenparenchym sind Rot auf gelbem Hintergrund.

Im unteren Bild ist nicht die Leeraufnahme, sondern eine späte Kontrastmittelphase als Maske verwendet.
Der Zeitfaktor wird dadurch sehr deutlich:
Späte Kontrastierung = Gelb (Nierenparenchym und
die über Kollateralen aufgefüllten Gefäße);
frühe Kontrastierung = Blau.

Ästhetik? Ansprechend.
Didaktik? Farbe kann hilfreich sein.

WGH Schmitt Nierenangio farbig
Bild 27

27.
Selektive Nierenangiographie bei 40jährigem Patienten aus dem Jahre 1965.
Zum Gedächtnis an Professor G. Viehweger, Würzburg.

Verlaufsumsetzung: Klassischer Gelb- Violett- Orange- Blaugrau- Übergang.

Ästhetisch? Unbestreitbar gefällig.
Didaktisch? Das ausgespannte Gefäß im zentralen Nierenbereich und eine gewisse Auseinanderdrängung der großen Gefäße werden gut demonstriert.
Bei der Raumforderung handelte es sich um eine parapelvine Zyste, also etwas nicht Bösartiges.
Heute hätte man  mit weniger eingreifenden Verfahren diagnostische Sicherheit erreicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre der Fall mit dem Ultraschall (Sonographie) lösbar.