Es gibt in dem Buch "Marfan Syndrom" einen sehr guten Artikel des Vorsitzenden der Marfan Hilfe e.V. Y. von Kodolitsch über den Pneumothorax. Hier soll dieses Thema in Bild und Wort noch etwas ausführlicher dargestellt werden. -

Die Atmung ist ein wunderbarer Mechanismus. Die Lunge kann die Luft "rein-" und wieder "rauslassen"; dabei wird der wertvolle Sauerstoff aufgenommen, Kohlendioxid abgegeben. Ein- und Ausatmung - erfolgen über Nase, Mund, Rachen, Luftröhre und deren feine Aufzweigungen. Diese Luftwege enden in unzähligen Lungenbläschen.

Was bringt die Lunge dazu, sich zu füllen und wieder zu entleeren? Es geschieht über eine Vergrößerung und Verkleinerung des Brustraums. Das ist auf zwei Wegen möglich:

  • Über die Veränderung der Rippen- Stellung und
  • über die Veränderung des Zwerchfells.

Abb.1:
Luft fließt über die Nasen- oder Mundhöhle
in die Luftröhre; von dort über die sich
aufzweigenden Bronchien hinein in beide Lungen.
Die Lungen (rechte und linke) sind von einer Haut,
dem Lungenfell ( *) überzogen

Dass die Lunge gezwungen wird, dem Brustraum gehorsam zu folgen, hängt mit folgenden Besonderheiten zusammen:

Die Lunge ist vom Lungenfell überzogen,
der Brustkasten innen vom Rippenfell ausgekleidet.
Zwischen beiden "Fellen" findet sich keine Luft, sondern einzig ein dünner
Flüssigkeitsfilm, welcher hilft, dass beide gut verschieblich sind.

Wenn wir also das Volumen des Brustkastens erweitern, muss die Lunge folgen und Luft in die Lungen einströmen lassen. Auch bei der Verkleinerung des Brustkastens muss die Lunge folgen und damit Luft rauslassen.

Der Thorax ist die gesamte Brust; dazu gehören: Thorax-Wirbelsäule, Thoraxwand, obere/untere Thoraxöffnung, Thoraxorgane.

Brust- und Rippenfell sind Häute; sie heißen mit dem internationalen Wort "Pleura".

Pleura visceralis für das Lungenfell,
Pleura parietalis für das Rippenfell.
Die Mehrzahl heißt: Pleuren.

Abb.2:
Der Brustkasten ist innen mit dem “Rippfell”
ausgekleidet. Zwischen Rippen- und
Lungenfell ist nur ein schmaler Spalt;
er enthält keine Luft, höchstens einen dünnen
Flüssigkeitsfilm. In dieser Zeichnung ist dieser Spalt
(oder „ganz enger Raum“) zwischen Rippen- und
Lungenfell rot und übertrieben deutlich dargestellt.
Im Text wird er „Pleuraspalt“ genannt

a) Wie gelingt es uns einzuatmen?

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Es gibt zwei Wege die Lunge mit Luft zu füllen. Beide können gemeinsam beschritten und dadurch noch effektiver werden:

  • Das Zwerchfell, die Muskelplatte zwischen Brust- und Bauchhöhle, ist nach oben gewölbt. Wird dieses Zwerchfell angespannt, flacht es sich ab  und vergrößert dadurch den Brustraum (und verkleinert den Bauchraum): die Lunge muss der Vergrößerung  folgen und sich mit Luft füllen.
  • Die Rippen – an der Wirbelsäule aufgehängt – verlaufen nach vorne/unten. Durch ihre Anhebung vergrößert sich der Brustraumes. Auch so wird die Lunge gezwungen, sich zu vergrößern und mit Luft zu füllen.

b) Was passiert, wenn wir den Bauch anspannen und damit den Druck im Bauchraum vergrößern? 

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Wir atmen aus. Allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: Das Zwerchfell muss gelockert sein und der Kehlkopf muss den Luftstrom freigeben.
Ein Fremdkörper in den Luftwegen („Verschlucken“) führt zu einer reflektorischen Anspannung der Bauchmuskeln, also zum „Husten“.

c) Was passiert, wenn wir mit Kraft das Zwerchfell anspannen, dazu die Rippen heben und dabei den Mund um ein Röhrchen geschlossen halten?

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Wir atmen – wie schon unter a) beschrieben - kraftvoll ein. 

Wenn nun der Gaumen die Nasenhöhle von der Mundhöhle abtrennt, entsteht in der Mundhöhle ein Unterdruck. Dieser erlaubt es - z.B. Limonade - einzusaugen. Es ist natürlich wichtig, den Vorgang rechtzeitig "abzuschalten“ und die Flüssigkeit nur in den Mund und nicht bis in die Lunge zu befördern.

d) Was passiert, wenn der Trompeter den Bauch kraftvoll anspannt und die Rippenmuskulatur ganz locker lässt?

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Das sich nach oben wölbende Zwerchfell verkleinert den Thoraxraum – wie unter b) beschrieben; aber diese Wirkung verpufft, da die lockeren Rippen zulassen, dass sich der Thoraxraum vergrößert. 

Soll ein guter Trompetenstoß entstehen, dann müssen die Muskeln den Thorax stabil halten oder sogar in die gleiche Richtung  arbeiten. Diese Formen der Atmung müssen z.B. mit Sängern und Musikern gut eingeübt werden.