14.Carl Fried: berühmter, aber vergessener Arzt am
„Klinikum Worms“

„Die Entzündungsbestrahlung von Fried und Heidenhain“,
Bestandsaufnahme

W.G.H.Schmitt

Herzlichen Dank für die kritische Durchsicht an Prof. J. Richter/ Würzburg

Auszugsweise vorgetragen am 11.3.15 onkol. Arbeiskreis Klinikum Worms

Zur Zeit sind einige Kapitel in Bearbeitung und werden nicht dargestellt. Nachzulesen sind die Kapitel 6-8 und elf und zwölf. Das sind alles Beiträge die sich speziell mit der Strahlentherapie im allgemeinen und mit Freds wissenschaftlichen Werk im speziellen insbesondere mit einer Chronologie seiner Arbeiten befassen.Also bitte diese Kapitel anklicken!

1. Frieds Jugend und die Jahre vor der Tätigkeit in Worms
2. Stadtkrankenhaus in Worms um 1920
3. Erinnerungen am Stadtkrankenhaus an Dr. Carl Fried?
4. Erinnerung an Carl Fried im Stadtarchiv
5. Zur politischen Situation in Frieds Wormser Zeit
6. Situation der Strahlentherapie in den Jahren zwischen der Entdeckung der Röntgenstrahlen (1895) und dem Zeitpunkt, als Fried nach Worms kam (1920).
7. Strahlentherapie 1915-1928 in Worms. Zusammenarbeit von FRIED und HEIDENHAIN
8. Strahlentherapie heute. Was ist geblieben von der Entzündungsbestrahlung Heidenhain/Fried?
9. Fried in Breslau ; die Repressionen
10. Fried nach der Emigration und Tod in São Paulo
11. Chronologie einiger Arbeiten von FRIED UND HEIDENHAIN
12. Auszug aus der Literatur

 

 

 

Der Referent: Wolfgang G. H. Schmitt ist der Sohn des 2000 verstorben Wormser Radiologen Heinrich Georg Schmitt. Dieser kam 1939 ans Stadtkrankenhaus Worms. Zunächst hatte er zwei Chefs: den Chirurgen für die Therapie und den Internisten für die Diagnostik. Später war er Leiter einer eigenständigen Abteilung bis 1972.

W. G. H. Schmitt ist im Stadtkrankenhaus Worms geboren, war dort Krankenpfleger, Patient, Famulus und Medizinalassistent. Er wurde Radiologe und war leitender Arzt der Strahlenabteilung am Juliusspital in Würzburg.

H.G. Schmitt hat in seinen späten Lebensjahren öfter gesagt: „Worms“ das war nicht irgendwo! In Worms waren Fried und Heidenhain; sie haben die Entzündungsbestrahlung begründet.

Später Grund mich zu interessieren, Interesse zu wecken und der „Dammnatio memoriae“ (siehe Kap.9) entgegenzuwirken.

 

Der Kennnisstand über C. Fried ist niedrig; so heist es in einer Liste aus der "Strahlentherapie u. Onkologie" von 2013 betreffend Ärzte, denen 38 die Approbation entzogen wurde:

Fried, Verbleib nach 1933, soweit bekannt : Breslau

 

Wer sich mit Carl Fried beschäftigt, den nimmt eine außerordentlich gewinnende und vielseitig begabte Persönlichkeit gefangen. Neben einer ausgedehnten Tätigkeit als Klinikarzt und Wissenschaftler war er als Vorsitzender einer jüdischen Vereinigung am Wormser politischen Leben beteiligt. Außerdem verstand er sich – zu Recht – als deutschen Dichter.

Carl Fried war tief in der deutschen Kultur verwurzelt und beruflich sehr erfolgreich, aber er verlor durch die Vertreibung seine Heimat und seine Stellung.

Die von ihm und seinem Chef Heidenhain eingeführte Entzündungsbestrahlung ist in die Medizin integriert. Sie wird in den letzten Jahren sogar vermehrt durchgeführt. Aber einige Indikationen wurden verlassen, gerade die Entzündungen durch Infektionen, welche Fried besonders interessiert haben.
Gerade diese verlassenen Indikationen interessieren mich im Folgenden besonders.
Hat Fried auf das falsche Pferd gesetzt? Hatte er das Schicksal, das jedem droht, der Neuland betritt? Hat er sozusagen „Pech“ gehabt, durch den medizinischen Fortschritt (Antibiotika, Cortison), für den er selber gekämpft hat, mächtige Konkurrenz zu bekommen?

Der Referent ist kein Kenner der modernsten Strahlentherapie. Eine Wertung aus strahlenbiologischer Sicht kann und soll nicht gegeben werden. (siehe Kap. 8: Strahlentherapie heute).
Mein Beitrag ist eine knappe historische Bestandaufnahme. Andere mögen dazu aus aktueller wissenschaftlicher Sicht Stellung nehmen.

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