J. Bedeutung der „Rekonstruktion des historischen Roms“ im Leben von August Buxbaum

 

„Niemals habe ich daran gedacht, das vorliegende Werk zu veröffentlichen. Ich hatte nie den Ehrgeiz, damit vor die Öffentlichkeit zu treten.“
Es ist nicht klar, was ihn zu dieser Bemerkung veranlasste. In einem engen Kreis von Interessierten wird er diese Zeichnungen diskutiert haben.

Durch diese klare Statement vermeidet er allerdings jede Diskussion um den eigenständigen Wert seines Werkes. Die Fachleute, deren Spezialgebiet das antike Rom war, konnten ihn so nicht ablehnen, niedermachen oder widerlegen.

Da wir jetzt 80 Jahre später in kleinen Auszügen über Buxbaums Studien berichten, wird vermieden, dass sie gänzlich der Vergessenheit anheim fallen.
Allerdings müssen wir zumindest die Frage aufwerfen:
Stimmt das, was Buxbaum mit Bleistift und Tusche festhält?

Wir stellen fest, dass wir dazu fachlich nicht in der Lage sind. Wir fordern die interessierten Leserinnen und Leser auf, sich an den Zeichnungen zu erfreuen.
Korrekturen und Kommentare sind uns ausdrücklich willkommen und werden möglichst in den Beitrag aufgenommen oder beigefügt (wghschmitt(at)gmx.de). 

Die Frage nach der Authentizität des bisher völlig unbekannten Werkes wird offengelassen.
Es mag sich um eine Zeichenübung anhand von Vorarbeiten oder
um eine geniale Rekonstruktionsleistung gehandelt haben.
Möglich und sogar wahrscheinlich ist eine Kombination aus beidem. -

Hier gibt es (für Diplomanden und Doktoranden) Anregungen für eigene Untersuchungen. 

Hat Buxbaum nach seiner Italienreise nach 1929 am „antiken Rom“ weitergearbeitet?
Zum antiken Rom sind uns keine neueren Zeichnungen aus dieser Zeit bis 1945 und auch nicht nach 1945 bekannt. Das Thema „Rom“ hatte er irgendwie abgeschlossen, ohne erkennbare Enttäuschung aber auch ohne neu angefachte Begeisterung.

Auch fand sich in der Wohnung der Großeltern kein einziges Bild mit einer der 300 - 400 Zeichnungen, auf denen er das alte Rom rekonstruiert hat.

Die Bilder in der Wohnung der Großeltern haben sich eingeprägt und sprechen  für deren Interessen und Bewertungen:
Ein schönes Aquarell vom Waldfriedhof in Darmstadt, eine Zeichnung vom Hallenbad (mit diesem Bau hatte sich der junge Architekt durchgesetzt). Dann gab es da noch eine Zeichnung „Entwurf für eine Neugestaltung des Paradeplatzes in Darmstadt“. Dies war eine jener Zeichnungen, die ihm heftige Kritik eingebracht hat. Seither wird er auch mit Worten wie pompös und  bombastisch belegt, und man vergisst, dass er mit den nationalsozialistischen Städtebauern nichts zu tun hatte.
Nur zwei Aquarelle von fremder Hand befassten sich mit der Antike: Eine „sala poetae“ aus Pompei und ein trauriges Mädchen am Fuß der Ruine eines Triumphbogens.

Nach meiner Kenntnis hat Buxbaum von 1933 bis 1945 in seinem Fach verschiedenes gearbeitet, allerdings ohne mit seinem Namen in Erscheinung zu treten. Er hat eine Menge anderer Ideen zu Papier gebracht, auch wenn keine Aussicht auf eine Realisation bestand.

Er hat seinem Enkel (*1945), in den Jahren 50 – 54 eine große Zahl von Postkarten gezeichnet, dabei viele Themen angeschnitten, u.a. das historische, mittelalterliche Worms. Rom ist ihm dabei nicht in den Sinn gekommen. Er hat lediglich die Kopien einiger klassischer Plastiken skizziert.

 

Unser Dank geht an Dr. Klaus Buxbaum für seine hilfreichen Anregungen und kritischen Anmerkungen.